20 W Hifi-Vollstereoverstärker Maestro 1000

Technische Daten:

Schaltung:

Musikleistung:
20 Watt (10 + 10 Watt)
 
Sinus-Dauerleistung:
16 Watt (8 + 8 Watt / 1000 Hz)
 
Klirrfaktoren nach DIN 45567:
< 1 % von 40 HZ bis 12500 HZ bei Leistungsbandbreite (- 3db)
 
Intermodulation nach DIN 45403:
1,5 % bei 250/8000 Hz 4:1
 
Frequenzbereich:
20 - 20 000 Hz  +/- 1 db (Tb Eingang, Klangregelung auf linear)
 
Eingänge:
4, durch Drucktasten wählbar
Eingang:  
  1. magnet./dyn. Tonabnehmer 
    7,5 mV bei 1000 Hz
    39 kOhm
  2. Kristalltonabnehmer
    50 mV bei 1000 Hz   12 kOhm
  3. Mikrofon
    7 mV bei 1000 Hz  470 kOhm
  4. Tonband bzw. Rundfunk
    300 mV bei 1000 Hz 100 kOhm
Phonoentzerrung:
Anpassung an den IEC-Frequenzgang 3180 µs (50 Hz), 318 µs (500 Hz), 75 µs (2120 Hz),
auf  Wunsch 3180 µs (50 Hz), 318 µs (500 Hz) und 50 µs ( 2120 Hz)
 
Klangregler:
Höhenregelbereich:
Anhebung: + 18 db/bei 16 KHz
Absenkung: - 16 db/bei 16 KHz
Bassregelbereich:
Anhebung: + 18 db/bei 30 Hz
Absenkung: - 16 db/bei 30 Hz
 
Rumpelfilter:
Grenzfrequenz ca. 110 Hz
Absenkung: ca. 10 db/Oktave.
Abschaltbar
 
Rauschfilter:
Grenzfrequenz ca. 8 kHz
Absenkung: ca. 10db/Oktave
Abschaltbar
 
Piano-Fortetaste: Absenkung bei
30 Hz: - 15 db
1000 Hz: - 30  db
16  kHz: - 15 db
 
Tonbandaufnahmeausgang:
200 mV, unabhängig von der Stellung der Klangregler
 
Störspannungsabstand:
60 db (Tb Eingang)
 
Übersprechdämpfung:
43 db b. 1000 Hz
 
Balanceregler:
+/- 6 db
 
Lautsprecherausgang:
linker und rechter Kanal je 4 oder 16 Ohm
 
Röhrenbestückung:
2 x EF 86, 4 x ECC 83, 2 x ELL 80,
2 Siliziumgleichrichter OY 5066,
1 x E 75 C 5
 
Stromversorgung:
220 und 110 V Wechselstrom
 
Leistungsaufnahme:
ohne Aussteuerung: ca. 67 VA
mit Aussteuerung: ca. 77 VA
 
Sicherungen:
b. 220 V 0,5 A träge
b. 110 V 1 A träge
 
Ausführung:
als Einbauchassis oder mit Holzgehäuse in nußbaum natur oder Teak,
 
Maße:
370 x 165 (140) x 225 mm
 
Gewicht:
mit Holzeinschub 8,2 kg
Besonderheiten:

Hifi-Stereoverstärker Maestro 1000

Der Hifi-Stereoverstärker "Maestro 1000" ist eine Weiterentwicklung des bewährten Modells "Maestro" und wurde für den Hifi-Amateur und für alle diejenigen geschaffen, welche auf naturgetreue Tonwiedergabe Wert legen.

Auf Grund seiner konstruktiven Auslegung und seiner zahlreichen Besonderheiten, zeichnet sich dieser Hifi-Baustein nicht nur durch seine hervorragende Übertragungsqualität, sondern auch durch seine leichte Bedienung, trotz umfangreicher Einstellmöglichkeiten zur individuellen Anpassung der Tonwiedergabe, sowohl an die gegebenen elektroakustischen Raumverhältnisse, wie auch an die Qualität der Programmquellen aus.

Es versteht sich, dass die hervorragende Wiedergabequalität des "Maestro 1000" nur dann voll ausgenützt werden kann, wenn ebenfalls hochwertige Hifi-Tuner, Abspielgeräte und Lautsprecher-Kombinationen verwendet werden.

Der Stereoverstärker "Maestro 100" besitzt vier, durch Drucktasten umschaltbare Eingänge, zum Anschluss von Mono- oder Stereotonquelllen und zwar für Mikrofon, magn./dyn. Hifi-Abspielgeräte, Kristalltonabnehmer und Rundfunktuner bzw. Tonband.

Neben zwei kontinuierlich einstellbaren und kanalmäßig getrennt einstellbaren Reglern für Höhen- und Basskorrektur verfügt der Hifi-Stereoverstärker über eine in ihrer klanglichen Wirkung verblüffende Piano-Fortetaste. Auch bei kleinster Lautstärke von ca. 100 mW wird dadurch ein natürlicher Klangeindruck durch Absenkung der mittleren Frequenzlagen und Angleichung des Frequenzganges an die Ohrempfindlichkeitscharakteristik erreicht. Das Rauschfilter ist abschaltbar und dient dazu, das bei älteren und viel gespielten Schallplatten stark auftretende Rauschen zu unterdrücken.

Das Rumpelfilter unterdrückt lästige Rumpelspannungen bei Plattenspielern, reduziert übernatürliche Bassanhebungen und dient zur Vermeidung von akustischen Rückkopplungen.

Der Lautstärkeregler ist auf beide Kanäle wirksam.

Mit dem Balancerepler lassen sich Lautstärkeunterschiede in den beiden Kanälen die akustischen Unsymmetrien etc. ausgleichen.

Durch die Mono-Stereodrucktaste lassen sich beide Verstärkerkanäle für Monobetrieb parallel schalten, (Monoverstärker 20 W Musikleistung).

Mit Hilfe des Umschalter Stereo-Stereo-vertauscht lassen sich die beiden Signale vertauschen.

Der Tonband-Aufnahmeausgang arbeitet unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers sowie sämtlicher Klangregler.

Das Aussteuerungsinstrument zeigt summarisch den Grad der Aussteuerung des Stereoverstärkers an-

Der Lautsprecheranschluss ist für 4 Ohm- oder 16  0hm-Ausgangsimpedanz ausgelegt,

Form und Aufbau des Gerätes

a) Äußere Gestaltung und Formgebung.

Wie aus der Abbildung ersichtlich ist, besitzt das Gerät ein formschönes und neutral gehaltenes Holzgehäuse (nußbaum natur oder Teak) mit einem äußerst stabilen und aus besten Tiefziehblechen gefertigtem Einbauverstärkerchassis mit Frontplatte. Der Hifi-Verstärker kann daher auch in einem Musikschrank oder Gestell eingebaut werden.
Sämtliche Bedienungselemente einschließlich der beiden fünffachen Drucktasten-Aggregate sind sehr übersichtlich an der Frontseite des Gerätes angeordnet.

Die auf den sachlichen Stil des Gerätes abgestimmte und beschriftete Frontplatte macht die Bedienung des Gerätes zu einer wahren Freude. Auf der Rückseite des Flachgehäuses befinden sich drei Eingangs-Normbuchsen zum Anschluß der Tonquellen sowie die für Bananensteckeranschluß vorgesehenen tautsprecherausgänge und die "Entbrummer". Gleichfalls wurde das Schuko-Netzkabel rechts auf der Gehäuse-Rückseite herausgeführt. Für eine ausreichende Entlüftung des Gerätes sorgt die in das Holzgehäuse eingelassene Metallperforation.

So wurde das Äußere des Gerätes unter Berücksichtigung ästhetischer und technischer Faktoren so gestaltet, daß es sich durch seine äußerlich ansprechende Form der modernen Wohnraumgestaltung ohne weiteres anpaßt und kein "Fremdkörper" in der Wohnung darstellt,

b) Der Innenaufbau

Nach mühelosem Abnehmen des Holzgehäuses und der Chassis-Bodenplatte ist der vorzügliche und äußerst übersichtlich gehaltene Aufbau des Gerätes ersichtlich, Besonders erwähnenswert ist die auseinandergezogene und speziell auf den Selbstbau abgestimmte und nach elektrischen Gesichts punkten vorgenommene Verdrahtung. Um einen einwandfreien Nachbauerfolg und hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten, haben wir das Gerät mit verhältnismäßig kostspieligen, jedoch aber hochwertigen keram. Lötstützpunkten ausgerüstet, die überhaupt erst eine solche übersichtliche Verdrahtungstechnik ermöglichten. Ebenfalls haben wir es tunlichst vermieden, daß in der unmittelbaren Nähe der Röhrenfassungen unübersichtliche Verdrahtungszentren (sog. "Traubenbildung") auftreten.

Die Schaltelemente für das Rumpel- und Rauschfilter und für die Aussteuerungsanzeige wurden zu Baugruppen in gedr. Schaltungstechnik zusammengefaßt,

Alle Einzelteile sind daher leicht auswechselbar und gut zugänglich. Bei Einhaltung unserer Verdrahtungsratschläge kann sich daher überhaupt kein sog. "Drahtverhau" bilden,

Selbstverständlich wurden nur reichlich dimensionierte Qualitätsbauelemente verwendet, so daß das Gerät eine hohe Betriebssicherheit besitzt und die von uns propagierten techn, Daten auch eingehalten werden können. In diesem Zusammenhang muß u. a. auch die vorzügliche Ausführung der mehrmals verschachtelten Ausgangsübertrager sowie der Lieferung des bereits vorverdrahteten und in einem Baustein zusammengefaßten Drucktasten-Eingangsteil erwähnt werden.

Schaltungseinzelheiten

Nachdem beide Verstärkerzüge dieselben elektrischen Merkmale besitzen, bedarf es nur der Erläuterung eines Verstärkerkanals (z.B. linker Kanal).

Die Eingangsschaltung

Wie aus dem Schaltplan ersichtlich ist, besitzt der Stereoverstärker insgesamt vier umschaltbare Eingänge: TA-Kristall, TA-magnet/dynamisch/Tonband bzw. Rundfunk und Mikrofon, Die vier Eingänge sind mit Hilfe des Drucktastenschalters wählbar.

Bei Mikrofonbetrieb wird durch den Vorwiderstand R 8 zusammen mit dem Gegenkopplungswiderstand R 11 eine günstige Anpassung der Quellspannung an die Eingangsempfindlichkeit des Verstärkers erzielt, Die aus der kommerziellen Technik übernommene Empfindlichkeitsregelung mittels Gegenkopplung ermöglicht eine weitgehende verzerrungsarme Aussteuerungsfähigkeit des Verstärkers auch bei größeren Eingangssignalen.

Bei Stellung Tonband bzw. Rundfunk ist der Gegenkopplungsfaktor des frequenzunabhängigen Gegenkopplungskanales wesentlich größer. Das heißt: die so rückgeführte und um 180° phasenverschobene Teilspannung verkleinert die am Eingang wirksame Steuerspannung auf den erforderlichen Wert von nur ca. 300 mV, Auf Grund dieser starken Gegenkopplung bei Stellung Tonband werden natürlich auch die nichtlinearen Verzerrungen der Eingangsstufe entsprechend äußerst gering gehalten und der Signal-Fremdspannungsabstand wird wesentlich verbessert,

Bei Stellung Tonabnehmer magnet/dynamisch wird nun die zum direkten Anschluß von magnet/dynamischen Tonabnehmern erforderliche Phonoentzerrung welche die Aufgabe hat, den Frequenzgang magnetischer und dynamischer Tonabnehmer zu linearisieren, eingeschaltet. Bekanntlich ist die von magnet/dynamische Tonabnehmern abgegebene Quellspannung der sogenannten "Schnelle" und nicht der Nadelauslenkung wie bei piezoelektrischen Kristalltonabnehmern proportional. Daher muß die Frequenzkurve des Entzerrers gewissermaßen ein Spiegelbild der Schneidekurve sein.

Diese wird mit Hilfe einer frequenzabhängigen Gegenkopplung erreicht, Die Dimensionierung dieser Glieder wurde so ausgeführt, daß der nach der neuesten JEC-Empfehlung vorgenommene Schneidefrequenzgang mit den Werten 3180 µs bei 50 Hz, 318 µs bei 500 Hz und 75 µs bei 2120 Hz dadurch weitgehend linearisiert wird.

Gleichzeitig übernimmt die brumm- und klingarme Eingangspentode EF 86 die erforderliche Vorverstärkung der von magnet/dyn. Tonabnehmern abgegebenen äußerst kleinen Signalspannungen von ca. 3-7 mV/mm Lichtbandbreite.

Bei Stellung Tonabnehmer Kristall wird der angeschlossene Kristalltonabnehmer mit einem verhältnismäßig niedrigen Abschlußwiderstand von nur 12 kOhm belastet. Die bei dieser Stellung wirksame niedere Eingangsimpedanz verursacht insbesondere eine Abschwächung der tiefen Frequenzen, so daß der Frequenzgang des Kristalltonabnehmers weitgehend dem TA-dyn.-Frequenzgang angeglichen wird. Dadurch werden gleichzeitig die Intermodulations-. und Klirrverzerrungen des angeschlossenen piezoelektrischen TA-Systemes in gewissen Grenzen gehalten, so daß damit eine zusätzliche Klangverbesserung eintritt und damit die gesamte Entzerrung wesentlich vereinfacht wird und von der Impedanz des angeschlossenen Tonabnehmers weitgehend unabhängig macht.

Die Klangregelstufe mit Piano-Forteschalter

Eine weitere internationale schaltungstechnische Finesse stellt der Piano-Forteschalter dar.

Während bei Stellung "Forte" das amplitudenlineare Signal auf das Gitter des ersten Triodensystems gelangt, wird bei Stellung "Piano" ein frequenzabhängiger Spannungsteiler eingeschaltet. Das dabei wirksame Hochpassglied R 15 / C 6 und der frequenzabhängige Gegenkopplungszweig C 9 / R 19 sorgen dafür, daß bei kleinster Lautstärke die Höhen und Tiefenlagen gegenüber den Mittellagen so angehoben werden, daß der natürliche Klangeindruck - auch bei kleinster Wiedergabelautstärke erhalten bleibt. - Bekanntlich ist gemäß der Ohrempfindlichkeitskurve nach Fletcher-Munson ein größerer Schalldruck bei den hohen und tiefen Frequenzen gegenüber den Mittellagen erforderlich damit auch bei geringer Lautstärke der natürliche Klangeindruck erhalten bleibt. Diese Schaltung hat natürlich auch den Vorteil, daß bei geringer Lautstärke (Stellung "Piano") der Störabstand noch wesentlich verbessert werden kann.

Die eigentliche Klangregelung erfolgt mit Hilfe eines umfangreichen Klangregelnetzwerkes, welches zwischen den beiden Triodensystemen der Röhre ECC 83 (Rö 2) und durch die getrennten Höhen- und Bassregler in Tandemanordnung so dimensioniert wurde, daß eine ausreichende und unabhängig voneinander individuelle Regelung der Höhen (Anhebung + 18 db, Absenkung - 15 db) und Bässe (Anhebung + 18 db, Absenkung - 16 db) vorgenommen werden kann.

Bemerkenswert ist dabei, daß trotz den großen Regelbereichen des Höhen- und Bassreglers der 1000 Hz-Pegel praktisch stehen bleibt und durch die Klangregelstufe keine hörbaren Verzerrungen entstehen,

Schließlich sei noch auf den Tonbandaufnahmeausgang hingewiesen. Die dazu erforderliche Spannung wird am Spannungsteiler1er R 21 / R 22 abgenommen und dem Kontakt 1 bzw. 4 der TB-Normbuchse zugeführt. Der TB-Aufnahmeausgang arbeitet somit unabhängig von der Stellung der Klangregler. Zur Vermeidung von Höhenverlusten wurde R 21 mit C 10 überbrückt. Gleichfalls wurde zur Höhenkorrektur in den Katodenkreis des ersten Triodensystems von Rö 2 (ECC 83) ein frequenzabhängiges Korrekturglied (C 7 / R 17) eingefügt.

Die Balanceregelung zum Ausgleich akustischer Unsymmetrien wurde in den Kathodenkreis des 1. Triodensystemes von Rö 3 u. Rö 3' als "regelbare Gegenkopplung" ausgelegt. Die Stellung des Schleifers von P 3 bestimmt dadurch den Gegenkopplungsgrad und beeinflußt somit die Kanalverstärkungen.

Der Mono~Stereo- und Stereovertauschtschalter
Zu dem Komfort des Stereoverstärkers gehört auch die drucktastengesteuerte Mono-Stereo-und Stereo-vertauscht- Umschaltung.

Bei Stellung Mono werden beide Endverstärkerzüge mit Phasenumkehrstufen parallel geschaltet und es steht so eine maximale Endleistung von 20 W zur Verfügung.

Bei Stellung Stereo arbeiten die Kanalendstufen völlig voneinander getrennt und erhalten die stereofono Modulation von den ebenfalls getrennt arbeitenden Kanalvorverstärkern.

Bei Stellung Stereo-vertauscht erhalten die beiden Kanalend- stufen vertauschte Stereosignale. Die Umschaltung wird auch hier vor den Endstufen vorgenommen.

Rumpelfilter
Nach dem Tandem-Lautstärkeregler P 4 (1 M) folgt das Rumpelfilter, das so dimensioniert wurde, daß am unteren Ende des Übertragungsbereiches bei eingeschaltetem Rumpelfilter ein Verstärkungsabfall von etwa 10 db/Oktave (100 HZ) eintritt, Lästige Rumpelstörgeräusche die z,B, von Plattenspielern, Trittschall b. Mikrofone etc. auftreten können, werden dadurch weitgehends unterdrückt.

Rauschfilter
Zur Unterdrückung von Nebengeräuschen die z,B, bei älteren und oft gespielten Schallplatten (Nadelrauschen) auftreten können, besitzt der Maestro 1000 ein sog. Rauschfilter. Das Rauschfilter wurde ebenfalls als Doppel-T-Glied ausgelegt und so dimensioniert, daß bei irgendeinem Rauschfilter ab etwa 8 KHz ein Verstärkungsabfall von etwa 10db/Oktave eintritt,

Der Endverstärker mit Phasenumkehrstufe

Danach gelangt dann das Stereosignal in die Phasenumkehrstufe, welche die Aufgabe hat, die beiden Endpentodensysteme der Endröhre ELL 80 in Gegentaktanordnung mit je einer in der Amplitude gleichen und in der Phasenlage um 180 gedrehten Spannung anzusteuern.
Das geschieht folgendermaßen:
Das Stereokanalsignal wird über 0 16 dem Gitter des ersten Triodensysteme von Rö 3 zugeführt. Dieses System arbeitet als normale Verstärkerröhre und liefert die Steuerspannung für ein Endpentodensystem von Rö 4.

Gleichzeitig erhält das zweite Triodensystem von Rö 3 als Gitterwechselspannung einen Teil der Ausgangsspannung des ersten Triodensysteme. Die Gegenkopplungsglieder R 34, R 35 wurden so bemessen, daß die von dem ersten und zweiten Triodensystem von Rö 3 gelieferten und um 180° zueinander phasenverschobenen Ausgangsspannung automatisch amplitudenmäßig exakt übereinstimmen,

Durch die gleichzeitige, amplitudengleiche und phasenverschobene Ansteuerung der beiden Endpentodensysteme von Rö 4 über C 20 und C 21 erhält man bei dieser Gegentaktschaltung eine hohe Ausgangsleistung und durch die symmetrische Anordnung der beiden Wicklungshälften mit Schirmgitteranzapfungen heben sich die auftretenden Verzerrungen weitgehend auf, Der starke frequenzunabhängige Gegenkopplungskanal von der Sekundärseite der Ausgangsübertrager auf den aufgeteilten Kathodenkreis des ersten Triodensysteme von Rö 3 macht die Endstufe weitgehend lastunabhängig und reduziert den Klirrfaktor auf ein Minimum.

Die exakte Einstellung der vorgeschriebenen negativen festen Gittervorspannung der Endröhren sowie der einwandfreie Abgleich ihrer Anodenruheströme kann mit Hilfe des Vorspannungsreglers P 6 und des Symmetriereglers P 5 vorgenommen werden. Nachdem im Katodenkreis der Endröhren ein Messwiderstand von 12 Ohm liegt, ist dieser Wert bei Mittelstellung von P 5 durch Spannungsabfallüberprüfung an R 45 verhältnismäßig leicht durchzuführen.

Aussteuerungsanzeige

An den beiden Sekundärwicklungen des Ausgangsübertragers wird ein Teil der Ausgangsspannungen gegenseitig entkoppelt und summarisch der Baugruppe Aussteuerungsanzeige zugeleitet. Diese wird gleichgerichtet und dem Profilinstrunent zugeführt.

Der Kondensator 25 uF parallel zu den Anschlüssen des Anzeigeinstrumentes verleiht diesem eine gewisse Anzeigeträgheit, so daß das Instrument in etwa Durchschnittswerte der Aussteuerung anzeigt.

Der Netzteil wurde entsprechend bemessen und liefert die für beide Kanalverstärker erforderlichen Anoden- und Heizspannungen. Zur Reduzierung der Netzteil-Innenwiderstände werden anstelle einer Gleichrichterröhre zwei teuere Siliziumgleichrichter verwendet, die auch bei Vollaussteuerung und Impulsspitzen eine nahezu belastungsunabhängige Anodenspannungsversorgung gewährleisten. Für eine welligkeitsarme Anodenstromversorgung und ausreichende Entkopplung der Verstärkerstufen der beiden Verstärkerzüge sorgt die reichlich bemessene Siebkette.

Ferner besitzt jeder Verstärkerkanal eine eigene separate Heizwicklung mit Entbrummpotentiometer, so daß hier jeder Kanalverstärker auf sein spezifisches Brumm-Minimum eingestellt werden kann.

Die Primärseite des Netztrafos ist auf die üblichen Netzspannungen umschaltbar und eine Feinsicherung schützt den Transformator vor evtl. auftretenden Kurzschlüssen, Als Netzschalter wird ein zweipoliger Kippschalter verwendet.

Die Betriebsbereitschaft des Gerätes wird durch ein 10 V Lämpchen angezeigt, welches von einer Heizwicklung gespeist wird.

Aufbau

Die Lieferung des bereits mechanisch vorbereiteten und mit zahlreichen Bohrungen versehenen Einbauchassis sowie des fertig verdrahteten Drucktastenbausteines erleichtern den Zusammenbau unseres Hi-Fi-Stereo-Drucktastenverstärkers.

Der Selbstbau des Stereo-Verstärkers kann daher anhand der übersichtlich gehaltenen Aufbau-Verdrahtungs- und Schaltpläne durchgeführt werden.

Bei der Durchführung der Aufbau- und Verdrahtungsarbeiten bitten wir Sie jedoch freundlichst folgende Ratschläge zu beherzigen:

  1. Keine Selbstbau-Geschwindigkeitsrekorde aufstellen, Der Zusammenbau dieses hervorragenden Verstärkers soll ein Hobby sein und keine Rekordarbeit.
  2. Die Anordnung der Bauelemente immer wieder in zeitlichen Abständen Schritt für Schritt auf ihre Richtigkeit anhand der Pläne überprüfen.
  3. Und nochmals! In Ruhe und ohne Hast, sorgfältig und wohlüberlegt den Zusammenbau anhand der Pläne vornehmen,

Der Aufbau des Gerätes kann nach folgender Reihenfolge vorgenommen werden:

  1. Vom Einbau-Chassis Bodenplatte abmontieren.
  2. Wir beginnen mit dem Aufbau des Verstärker-Chassis.
    1. Montage der Röhrenfassungen.
      Beachte: Die Befestigungsschrauben der Röhrenfassungen müssen einen einwandfreien Kontakt zwischen dem vierpoligen Masselötfahnenkranz der Röhrenfassungen und dem Chassis herstellen, Es müssen daher evtl. noch vorhandene Farbreste mit Hilfe eines Bohrsenkers oder eines ca. 10 mm Bohrers den man mit der Hand mehrmals in den dafür vorhandenen 3 mm Bohrungen in Bohrrichtung dreht, entfernt werden,
      1. Die Röhrenfassungen Rö 1, 1'; Rö 2, 2'; Rö 3, 3' sind von unten her in die dafür vorgesehenen großen Chassisbohrungen lagerichtig einzusetzen und auf der Chassisoberseite mit den Abschirmungs-Halteringen festzuschrauben. Bitte Schrauben gut festziehen,
      2. Einsetzen und Festschrauben von Rö 4 und Rö 4'. Je einer Befestigungsschraube pro Röhrenfassung muß dabei noch eine Lötfahne laut Plan eingefügt erden, bevor die M 3 - Muttern aufgesetzt und festgeschraubt werden.
    2. Einsetzen und Festschrauben der beiden Siliziumgleichrichter laut Skizze.
      Beachten Sie dabei die Anordnung der Isolier-Glimmerscheiben zwischen Siliziumgleichrichter und Chassisoberseite. Auf der Chassisunterseite werden die Siliziumgleichrichter durch Einfügen der runden Isolierstücke ebenfalls gegenüber dem Chassis isoliert. Die beiden Siliziumgleichrichter dürfen daher keinesfalls einen elektrischen Kontakt mit dem Chassis haben,
    3. Der Doppele1ektrolytkondensator C 25/26 ist gleichfalls isoliert in das Chassis einzusetzen, d.h. zwischen dem Massering des Kondensators und dem Chassis darf keine leitende Verbindung vorhanden sein. Der Doppelelko wird daher mit einem Isolierring versehen von der Chassisoberseite her in die entsprechende Chassisbohrung laut Skizze eingesetzt und auf der Unterseite mit Federring und Pertinaxmutter festgeschraubt.
    4. Einsetzen und Festschrauben der vier Einschraubregler P 5, 5', 2 6, 6'.
    5. Montage der drei Eingangsnormbuchsen auf der Chassisrückseite sowie der vier gegenüber dem Chassis vollisolierten Lautsprecher-Bananensteckerbuchsen auf der Chassisrückseite,
    6. Einsetzen und lagerichtiges Festschrauben des Einbausicherungselementes und der Entbrumm-Drahtregler P 7 und P 7' auf der Chassisrückseite,
    7. Befestigung der keramischen ein- und zweipoligen Lötetützpunkte auf der Chassisunterseite laut Aufbauplan.
      Beachte dabei: Verschiedene keramische Lötstützpunkte müssen mit Masselötfahnen laut Plan versehen werden bevor diese auf der Chassisoberseite mit Hilfe von M 3 - Muttern festgeschraubt werden. Die so durch die keramischen Lötstützpunkte am Chassis befestigten Masselötfahnen müssen einen einwandfreien elektrischen und mechanischen Kontakt mit dem Chassis haben, Evtl. vorhandene Farbreste sind daher mit Hilfe eines Lochsenkers o. ä. sorgfältig zu entfernen und die keramischen Lötstützpunkte müssen mit den Masselötfahnen gut festgeschraubt werden.
      Achten Sie ferner auf die richtige Polzahl und Lage der Masselötfahnen sowie der keram. Lötstützpunkte. Der Abschirmwinkel der Eingangsnormbuchsen wird ebenfalls von einem 2-poligen Schraublötstützpunkt gehalten.
    8. Einsetzen der restlichen Masselötfahnen laut Aufbauplan, die gleichfalls einen einwandfreien elektrischen und mechanischen Kontakt mit dem Chassis aufweisen müssen. Auch bei diesen Masselötfahnen dürfen keinesfalls Übergangswiderstände hervorgerufen durch Farbreste vorhanden sein, Vergessen Sie bitte nicht das Einsetzen und Festschrauben der einpoligen Masselötfahne für den späteren Anschluß der roten Schutzader des Schuko-Netzkabels auf der Chassisunterseite laut Plan. Auf einwandfreien elektrischen und mechanischen Kontakt dieser Lötfahne mit dem Chassis ist unbedingt zu achten!
    9. Einsetzen sämtlicher Gewindedurchführungstüllen auf der Chassisober- und Rückseite laut Plan, Einsetzen der Netzkabel-Gummidurchführungstülle für das Netzkabel auf der Chassisrückseite nicht vergessen!
    10. Montage der beiden Gegentakt-Ausgangsübertrager BV 5665 in der richtigen Lage auf der Chassisoberseite laut Plan, Die Übertrager werden mit je vier M 4 - Muttern auf der Chassisunterseite festgeschraubt.
    11. Montage des Netztransformators BV 2471 T auf der Chassisoberseite in der richtigen Lage laut Plan, Der erforderliche Abstand zwischen dem Spulenkörper des Netztransformators und dem Chassis wird durch Einfügen der vier Alu-Abstandsröllchen hergestellt.
  3. Anschließend legen wir das so mechanisch aufgebaute Verstärkerchassis beiseite und wenden uns der Montage des Gehäusevorderteiles mit Frontplatte zu.
    1. Zunächst wird der bereits vorverdrahte Eingangs-Drucktastenbaustein mit Hilfe von drei Senkkopfschrauben lagerichtig montiert.
    2. Dann folgt die Montage des zweiten Drucktastenbausteines mittels zweier Senkkopfschrauben.
    3. Bestückung der Baugruppen Rumpel und Rauschfilter und Aussteuerungsanzeige.
      1. Zur Bestückung der gedruckten Platinen benötigt man einen möglichst kleinen Lötkolben, der nicht über 30 W haben sollte. Auf keinen Fall Lötfett verwenden, da dieses in gewissen Maße den elektrischen Strom leitet und außerdem die Lötstellen nach einiger Zeit auflöst. Als Flußmittel genügt das Kolophonium, welches in der Seele des Lötdrahtes eingebettet ist.
        Weiterhin sollte beachtet werden, daß möglichst nur einmal an einer Stelle gelötet wird, damit sich nicht die Leiterbahnen durch wiederholtes Ausdehnen und Zusammenziehen infolge Temperaturwechsel von der Isolierplatte lösen. Günstig ist es, die Bauteile nur in der vorgezeichneten Lage durch die Bohrungen zu stecken, in gerader Lage zu halten und möglichst kurz anzulöten. Vorsicht, keine eng beieinanderliegenden Leiterbahnen versehentlich miteinander verlöten. Polarität der Diode und des Elkos beachten,
    4. Nach nochmaliger Kontrolle der so bestückten Leiterplatten werden diese mit den Haltewinkeln und mit Hilfe von Senkkopfschrauben an der Rückseite der Chassis-Vorderseite montiert,
    5. Befestigung des Profilinstrumentes mit zwei Senkkopf schrauben.
    6. Anschließend werden die vier Potentiometerachsen nacheinander durch die Gehäusevorderseite durchgesteckt und mit der bedruckten Beschriftungsplatte leicht fest- geschraubt. Bitte Reihenfolge und Werte der Regler so- wie ihre richtige Lage beachten!
    7. Einsetzen und Festschrauben des zweipoligen Netzschalters in der richtigen Lage. Der Kippschalter darf dabei gerade soweit herausstehen, daß sich die runde Mutter gut festziehen läßt. Der Kippschalter muß mechanisch in der richtigen Lage gut festsitzen.
    8. Einsetzen und Festschrauben der beiden Drehschalter für das Rumpel- und Rauschfilter. Achtung! Die richtige Lage der Drehschalter müssen anhand der Drehknöpfe und Markierungen der Schalterstellungen überprüft werden.
    9. Einsetzen und Festschrauben des Netzkontrollämpchens.
    10. Letzte Korrekturen.
      1. Drucktastenaggregat auf ihre mechanische Funktionsfähigkeit überprüfen.
      2. Potentiometermuttern gut festziehen und Drehknöpfe so anbringen, daß der Markierungspunkt der Drehknöpfe mit der Anfangsstellung der Potentiometer voll übereinstimmt.
      3. Nochmalige Überprüfung des mechanischen Aufbaues mit den Plänen. Insbesondere ist dabei auf Vollständigkeit und richtige Lage der verschiedenen Bauteile zu achten.

Die Verlegung der Leitungen und Drähte

Die Verlegung der Leitungen erfolgt nach dem Verdrahtungsplan unter Zuhilfenahme des Schaltplanes.

Bevor Sie mit der Verlegung der Leitungen (in den Plänen schwarz gezeichnet) beginnen, bitten wir Sie folgende Ratschläge bei der Durchführung der Leitungs-Verdrahtungen zu beachten:

  1. Keine Verdrahtungsrekorde aufstellen! Daher mit Ruhe und Überlegung diese Arbeiten durchführen.
  2. Richtig löten! Die wichtigsten Lötregeln enthält unser beiliegendes Merkblatt über richtiges Löten.
  3. Anschluß und Lage der verschiedenen Leitungen genauestens laut Plan einhalten.
  4. Die Arbeitsfortschritte sind immer wieder anhand der Pläne unter Zuhilfenahme des Schaltplanes auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Auf diese Weise können Schalt- und Verdrahtungsfehler sehr rasch gefunden werden und man erspart sich eine spätere, mit größeren Schwierigkeiten durchzuführende Fehlersuche.
  5. Oberer und unterer Pol (bzw. Lötfahnen) der zweipoligen Lötstützpunkte nicht verwechseln. Die zeichnerische Darstellung der Lötstützpunkte wollen Sie bitte der Skizze entnehmen. Der durchgehende Strich stellt dabei den oberen Pol (bzw. obere Lötfahne) dar.
  6. Die Kennzeichnung der verschiedenen, isolierten Leitungen erfolgt im Verdrahtungsplan der Übersicht halber mit Hilfe von Farbangaben oder Buchstaben. Natürlich können auch Schaltdrähte, die andere Farben besitzen und dieselbe Isolationsgüte und denselben Querschnitt haben, verwendet werden. Beachten Sie jedoch bitte die vorgeschriebenen Drahtanschlüsse und Leitungsführungen.
    Keinesfalls darf die Kunststoff-Isolation oder die Oberfläche isolierter Drähte durch Lötkolbenhitze oder unsachgemäße Behandlung verletzt werden.
  7. Netzleitungen und Anodenleitungen müssen aus gut isolierendem Schaltdraht hergestellt werden.
  8. Die Leitungen zu und von den Ausgangsübertragern BV 5665 müssen miteinander pro Übertrager verdrillt werden.

Die Verdrahtung selbst erfolgt nach dem Aufbau- bzw. Verdrahtungsplänen unter Zuhilfenahme des elektrischen Schaltplanes.

  1. Am zweckmäßigsten beginnt man mit der Verlegung und Verdrahtung der Leitungen des Drucktastenbausteines die durch zwei abgeschirmte Rüschrohre zusammengefaßt werden und gemäß den Farbangaben anzuschließen und zu verlöten sind.
  2. Es folgt nun die Anfertigung und Verlegung der verdrillten Heizleitungen. Bitte Leitungsführungen der Heizleitungen oberhalb und unterhalb des Chassis genauestens laut Plan einhalten. Die Heizleitungen sind ganz dicht an das Chassis zu legen.
  3. Danach erfolgt die Verlegung und Verdrahtung der abgeschirmten Leitungen.
    Abschirmungen, (Anschlußfahnen des Kupfergeflechtes) die laut Plan 1 nur an einer bestimmten Stelle Kontakt mit dem Chassis haben, dürfen keinesfalls an irgendeiner anderen Stelle des Chassis oder mehrmals mit dem Chassis Kontakt herstellen. Unliebsame Brummschleifen wären die Folge solcher vom Plan abweichenden Erdungen der abgeschirmten Leitungen.
    Der Innenleiter der abgeschirmten Leitungen darf keinesfalls durch zu lange Lötkolben-Hitzeeinwirkung verletzt oder elektrischen Kontakt mit dem abschirmenden Kupfergeflecht erhalten.
  4. Es folgt nun die Verlegung und Verdrahtungen der in dem Aufbauplan schwarz eingezeichneten Leitungen, wobei den Punkten 3, 4, ,7 und 8 der Verdrahtungsregeln besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist.
  5. Kontrolle der gesamten Leitungsverlegung und Verdrahtung anhand der Pläne.

Einfügen der im Schaltplan rot eingezeichneten Kleinteile

Nachdem alle Drahtverbindungen verlegt und nochmals kontrolliert wurden, werden die Kleinteile (Kondensatoren, Widerstände, Gleichrichter E 75 C 5) eingelötet. Beim Einfügen der Kleinteile ist den Punkten der Verdrahtungsratschläge besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Bitte, keine Widerstände verwechseln!

Beachte dabei: Die Anschlußdrähte der Widerstände und Kondensatoren sind soweit als möglich zu kürzen und die Polarität der Elektrolyt-Kondensatoren und Gleich- richter (Pluszeichen), sowie die Außenbelagskennzeichnunaen der Tauchwickel-Kondensatoren (gerader Strich) müssen laut Schalt- und Verdrahtungsplan eingehalten werden.

Die elektrischen Werte der Widerstände sind meistens durch Farbringe gekennzeichnet. Die Widerstandswerte dieser Widerstände können Sie mit Hilfe des auf der Innenseite des Baumappenumschlages aufgedruckten internationalen Farbcodes leicht ermitteln.
Bitte Belastungswerte der Widerstände beachten!

Oberer und unterer Pol (bzw. Lötfahnen) der zweipoligen Lötstützpunkte nicht verwechseln. Die zeichnerische Darstellung der Lötstützpunkte wollen Sie bitte der Skizze entnehmen. Der durchgehende Strich stellt dabei den oberen Pol (bzw. obere Lötfahne) dar.

Nach dem Einfügen aller Bauteile führen wir das Schuko-Netzkabel durch die Gummidurchführung ein, sichern es im Chassis-Inneren mit Hilfe der eigens dafür vorgesehenen Kabelschelle gegen Druckzugbelastungen und verbinden es mit den Scha1telementen (Sicherungselement und Netzschalter) laut Verdrahtungsplan. Die rote Schutzader des Netzkabels wird an der dafür vorgesehenen einpoligen Ohassislötfahne einwandfrei angelötet. Auf einwandfreien Kontakt der roten Schutzader mit dem Chassis ist besonders zu achten!

Der Schukostecker ist laut beiliegender Schaltskizze am Netzkabel anzuschließen. Es darf keinesfalls eine Ader anders als in der Skizze angegeben (rote Ader an den Schutzkontakt) angeschlossen werden. Andernfalls kann das Chassis Spannungen führen. Lebensgefahr!

Den Abschluß bildet eine nochmalige Kontrolle der Verdrahtung mit Hilfe sämtlicher Pläne. Etwaige vergessene Leitungen, Bauteile oder sonstige Verdrahtungsfehler kommen dabei zum Vorschein.

Meßtechnische Überprüfung und Inbetriebnahme des Verstärkers

Nach Durchführung einer nochmaligen Aufbau- und Verdrahtungs- Gesamtkontrolle unter Heranziehung sämtlicher Pläne, können wir mit der stufenweise Inbetriebnahme unseres Stereo-Verstärkers folgendermaßen beginnen:

  1. Zunächst setzen wir nur die Sicherung (0,5 A träge) und das Skalenlämpchen (10 Volt/O,2 A) ein.
  2. Sofern unser Netz eine andere Wechselspannung als 220 Volt führt, müßte der Netztransformatoranschluß gemäß Anschlußschema des Netztransformators abgeändert werden.
    Beachte: An den Anschlüssen des Netztransformators sowie an verschiedenen Lötstützpunkten des Gerätes liegen sehr hohe Spannungen, daher soll das Gerät nicht ohne Bodenplatte und Haube betrieben werden.
  3. Nach nochmaliger Überprüfung des Schukonetzkabelansch1usses verbinden wir den Schukostecker mit der nächsten Schukosteckdose und schalten das Gerät (ohne Röhrenbestückung) ein.
  4. Nun muß das Kontrollämpchen aufleuchten und an den Heizfadenanschlüssen aller Verstärkerröhren müßte eine Leerlaufheizspannung von etwas mehr als 6,5 Volt vorhanden sein.
    An dem positivem Doppelelkoanschluß von C 25/26 liegt eine sehr hohe Anodengleichsparmung von ca. 400 Volt.
    Zum leichteren Auffinden der Sockelanschlüsse dienen die abgebildeten Sockelschaltungen (Fassungsanschlüsse von unten betrachtet).
  5. Ist diese grobe Vorprüfung erfolgreich verlaufen, so sind die Einstellregler P 6 und P 6', mit Hilfe eines Schraubenziehers auf volle negative Vorspannung einzustellen. Das geschieht durch Drehen der Schleifer von P 6 und P 6' bis zu jener Endatellung der Regler, die unmittelbar mit dem negativem Pol des Zwerggleichrichters E 75 0 5 verbunden sind. Diese Einstellung ist unbedingt erforderlich, damit nicht die beiden Doppelendröhren infolge zu geringer negativer Vorspannung zerstört werden.
  6. Anschließend sind die Schleifer der Einstell-Symmetrieregler P 5 in Mittelstellung zu bringen.
  7. Erst dann sind sämtliche Röhren gemäß Plan vorsichtig in ihre Fassungen einzusetzen und je ein niederohmiger permanentdyn. Lautsprecher entsprechender Belastbarkeit und mit einer Schwingspulenimpedanz von ca. 5-6 Ohm an die beiden 4 Ohm-Lautsprecherausgänge anzuschließen.
    Soll jedoch pro Kanal eine 16 Ohm-Lautsprecherkombination angeschlossen werden, so müssen die Sekundäranschlüsse der Ausgangsübertrager BV 5665 folgendermaßen verbunden werden:
    Sekundär 16 Ohm-Anschluß: rot mit braun verbinden, 16 Ohm Lautsprecherkombination an gelb und gelb-braun anschließen.
  8. Nachdem sämtliche Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich Berührungssicherheit getroffen wurden, Schukostecker wieder mit der nächsten Schukosteckdose verbinden und Gerät einschalten.
  9. Nach einigen Minuten muß nun ein schwaches Brummen in den Lautsprechern zu hören sein, das wir bei Stellung Stereo der Drucktaste mit Hilfe der beiden Entbrummer P 7 und P 7' (Drehen der Entbrummer auf Brumminimum) noch verringern können.
    Sollte jedoch wider Erwarten in einem Lautsprecher ein Heulton zu hören sein, so ist die Polung der Gegenkopplung von der Sekundärwicklung des infragekommenden Ausgangsübertragers R 32 bzw. R 32' anhand des Verdrahtungsplanes zu überprüfen.
    Gleichzeitig wären in diesem Fall die Anoden und Schirm- gitteranschlüsse der beiden Doppelendröhren Rö 4 - Rö 4' auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.
  10. Es erfolgt nun der Abgleich der Endröhren auf gleiche Anodenruheströme. Das geschieht verhältnismäßig auf einfache Weise wie folgt.
    Rechter Kanal:
    Zunächst legen wir parallel zum Meßwiderstand R 45' (12 Ohm) ein Drehspul-Vielfachmeßinstrument mit einem Meßbereich von ca. 0-6 Volt an.
    1. dann drehen wir den Schleifer des Einstellreglers P 6' mit Hilfe eines Schraubenziehers vorsichtig in Richtung des äußeren Potentiometeranschlusses der unmittelbar mit dem Widerstand R 54 (56 kOhm) verbunden ist, bis das am Kathoden-Meßwiderstand R 45' angelegte Voltmeter einen Spannungsabfall von 0,7 Volt anzeigt.
    2. Danach verbinden wir das Vielfachmeßgerät mit den beiden äußeren Anodenanschlüssen des Ubertragers BV 5665. Das Meßgerät dürfte in diesem Fall keine Spannung anzeigen. Sofern jedoch bei dieser Uberprüfung eine Spannung angezeigt wird, müßte der in Mittelstellung befindliche Schleifer von P 5' ein kleinwenig aus der Mittellage gedreht werden, bis das Meßgerät O-Voltspannung aufweist. Durch diese äußerst kleine Drehung des Schleifers von P 5' kann diese Symmetrierung der beiden Endröhrensysteme von Rö 4' durchgeführt werden.
    3. Danach wäre nochmals zu überprüfen, ob sich dadurch der Spannungsabfall an R 45', weicher 0,7 Volt betragen muß, verändert hat.
      Sollte jetzt der Spannungsabfall mehr als 0,7 Volt betragen, so kann der vorgeschriebene Wert von 0,7 Volt durch eine äußerst kleine Drehung des Schleifers von P 6' in Richtung des äußeren Potentiometeranschlusses, welcher mit dem Zwerggleichrichter E 75 C 5 verbunden ist, wieder erreicht werden.
      Sollte sich die Symmetrieeinstellung mit Hilfe von P 5' der R 45' zu messende Spannungsabfall weniger als 0,7 Volt betragen, so müßte der Schleifer des Einstellregiers P 6' in Richtung äußerer Potentiometeranschluß der unmittelbar mit dem R 54 verbunden ist, leicht gedreht werden.
  11. Vornahme des Abgleiches der Endröhrensysteme des linken Kanalverstärkers auf dieselbe Art und Weise.
  12. Nach dem Abgleich der Endröhren beider Verztärkerzüge überprüfen wir unseren Stereoverstärker auf die Einhaltung der richtigen Spannungswerte an den verschiedenen Meßpunkten. Die Spannungsüberprüfung ist bei abgeschraubtem Bodenblech und ohne Verstärkerhaube vorsichtig, berührungssicher und wohlüberlegt durchzuführen, zumal ja an einigen Lötstützpunkten und Anschlüssen sehr hohe Spannungen liegen.
    Mit einem Universalmeßinstrument 5000 Ohm/Volt gegen das Chassis gemessen, sollten sich ohne Eingangssignäl (keine Tonfrequenzquellen wie z.B. Plattenspieler etc. angeschlossen, keine Drucktaste gedrückt) folgende Spannungen ergeben:

    Meßpunkt
    + d = 340V
    + c = 230V
    + b = 160V
    + a = 140V
     
    Endstufen
    Rö 4:
    Spannungsabfall an R 45 (12 Ohm) 0,7 Volt
    Rö 4':
    Spannungsabfall an R 45' (12 Ohm) 0,7 Volt
     
    ELL 80 (Rö 4 bzw. Rö 4')
    Punkt 5: 330 V
    Punkt 1: 340 V
    Punkt 8: 330 V
    Punkt 9: 340 V
     
    EF 86 (Rö l bzw. Röl')
    Punkt 6: 45 V
    Punkt 1: 55 V
    Punkt 3: 1 V
     
     
    ECC 85 (Rö 2 bzw. Rö2')
    Punkt 6: 120 V
    Punkt 8: 1,1 V
    Punkt 1: 120 V
    Punkt 3: 0,7 V
     
    ECC83 (Rö 3 bzw. Rö 3')
    Punkt 1: 140 V
    Punkt 3: 0,9 V
    Punkt 6: 150 V
    Punkt 8: 1,1 V
     
    Diese Spannungen müssen auch in Ihrem Stereoverstärker vorhanden sein, wobei eine Toleranz der angegebenen Meßwerte von + 10 % durchaus noch zulässig ist.
  13. Befestigung des Potentiometer-Abschirmwinkels auf der Chassisoberseite. Dieser Winkel darf keinen direkten Hassekontakt mit dem Alubecher oder Masselötfahnenanschluß von C 25/26 herstellen.

Inbetriebnahme

  1. Ist die meßtechnische Überprüfung und Inbetriebnahme unseres Verstärkers erfolgreich abgeschlossen, dann können wir nach Anbringen der Bodenpiatte und Abeckhaube das Gerät auf elektroakustischem Wege überprüfen.
    Zu diesem Zweck schließen wir nun unsere Stereotonfrequenz quelle ( z.B. Kristalltonabnehmer oder Tonbandgerät) an den dafür vorgesehenen Eingang unter Beachtung der polrichtigen Normsteckeranschlüsse gemäß dem Schaltplan unseres Stereoverstärkers an und verbinden den Schukostecker mit der nächsten Schukosteckdose. Lautsprecheranschluß nochmals überprüfen.
  2. Nachdem wir die entsprechende Eingangs-Drucktaste gedrückt haben, schalten wir das Gerät ein und drehen den Lautstärkeregler etwa 1/3 nach rechts. Der Balanceregler müßte dabei in Stellung Mitte stehen, die Drucktaste auf Stellung Stereo bzw. Stereo vertauscht.
    Wir müssen nun nach ca. zwei Minuten die erste stereofonische Tonwiedergabe in den beiden angeschlossenen Lautsprechern hören.
  3. Danach sind noch zu überprüfen:
    1. Funktionsfähigkeit sämtlicher Eingangs-Drucktasten
    2. Funktionsfähigkeit des Piano-Forteschalters
      Beachte:
      Vor Umschaltung von Piano auf Forte, Lautstärke stark zurückregeln
    3. Wirksamkeit des Höhen- und Bassreglers
    4. Stereo und Stereovertauscht - Monoschalter
    5. Funktionsfähigkeit des Balancereglers
    6. Funktionsfähigkeit des Rumpel und Rauschfilters

Die räumliche Aufstellung der Stereoanlage und ihre elektroakustische Kontrolle

Um einen einwandfreien Stereo-Raumtoneffekt zu erzielen, sind gewisse Grundregeln bei der Aufstellung der beiden, je einem Kanal zugeordneten Lautsprecher bzw. Tonsäulen zu beachten. Es sei hier ausdrücklich betont, daß bei Mißachtung dieser Grundregeln kein wesentlicher Unterschied zwischen der Stereo- und Monaural-Wiedergabe festzustellen ist.

Gerade die richtige Anordnung der Lautsprecher beider Kanäle ermöglicht eine Steigerung des Klangerlebnisses, weil eben dadurch der ganze Eindruck des Raumes, die Athmosphäre des Konzertsaales und das Geschehen auf der Bühne "unmittelbar" wiedergegeben wird. Nur wenn man folgende, kurz zusammengefaßte Grundregeln berücksichtigt, kommt man in den vollen Genuß der stereophonischen Wiedergabe.

Die in der "Funktechnik" in Heft Nr. 22 und 23/58 von K. Bertram und W. Schlechtweg (Telefunken GmbH., Hannover) veröffentlichten Artikel befassen sich besonders mit dieser Frage und empfehlen folgende zweckmässige Aufstellung:

  1. Bei kleinen Räumen sind die beiden Stereolautsprecher in einem Abstand von ca. 2,5 - 4 m (Ausnutzung der ganzen Zimmerbreite) in zwei benachbarten Zimmerecken aufzustellen.
  2. Der Hörerplatz soll auf der Mittelachse der beiden Lautsprecher liegen. Mit anderen Worten: Der Zuhörer muß von beiden Lautsprechern gleichweit entfernt sein.
  3. Die Abstände Zuhörer-Lautsprecher 1 und Zuhörer-Lautsprecher II sowie der gegenseitige Abstand der beiden Lautsprecher sollten gleich sein. Bei nicht symmetrischen Räumen ist nach demselben Prinzip vorzugehen. Ferner ist zu beachten, daß die Abstrahlrichtungen der beiden Lautsprecher zum Hörer nicht durch irgendwelche Gegenstände unterbrochen werden dürfen.
  4. Aus psychologischen Gründen wird empfohlen, die Lautsprecher nicht "sichtbar" anzuordnen und evtl. durch Vorhänge, Übergardinen und dergleichen abzudecken.
  5. Bei akustisch unsymmetrischen Räumen wird man jeweils den besten Raumeffekt durch entsprechende Winkeldrehung der Lautsprecher durch verschiedene Versuche erzielen, die eben von den gegebenen Räumen und deren Bauakustik abhängig sind.

Nachdem Sie nun Ihrer Stereoanlage nach diesen Grundregeln aufgebaut haben, steht deren elektroakustiscber Erprobung nichts mehr im Wege. Die elektroakustische Prüfung sollte nach folgenden Gesichtspunkten durchgeführt werden:

  1. Richtige Zuordnung der Kanäle
  2. Gleichheit der Lautstärken in beiden Kanälen
  3. Gleichheit der Klangfarben in beiden Kanälen
  4. Prüfung der richtigen Lautsprecherpolung

Diese messtechnische Uberprüfung bereitet dem Stereoanfänger sehr viele Schwierigkeiten, zumal zu deren Durchführung ein gewisser "Messgerätepark" benötigt wird.

Aus diesem Grunde empfehlen wir Ihnen eine rein akustische Prüfung mit dem Gehör. Die Firma Telefunken bat hierfür Stereo-Testplatten (Telefunken TST 72311, 33 UpM, Preis DM 18.-- und TST 72363, 45 UpM zu DM 5.--) herausgebracht. Bei Verwendung einer solchen Stereo-Testplatte können die 4 wichtigen Prüfungen auf akustischen Wege wirklich einfach und einwandfrei ohne jegliches Meßgerät durchgeführt werden. Der Test bei der Platte TST 72311 ist in vier auf der Platte deutlich gekennzeichnete Abschnitte eingeteilt. Die Stereotestplatte TST 72363 enthält ebenfalls die vier wichtigsten Prüfungen in stark gekürzter Fassung gegenüber der Prüfschallplatte TST 72311.

Für die räumliche Aufstellung von Stereoanlagen wichtigen Testabschnitte:

  1. Prüfung der Seitenrichtigkeit
  2. Prüfung der Gleichheit der Kanäle
  3. Prüfung des Mitteneindrucks
  4. Prüfung der Polung der Lautsprecher

Allgemeines:

Der Platz des Beobachters soll für den Test stets gleichweit von den Lautsprechern des linken Kanals und denen des rechten Kanals entfernt sein. Dieser Bedingung entspricht jeder Punkt der Symmetrielinie zwischen den Lautsprechern, wobei ein Punkt auf dieser Linie gewählt werden sollte, der etwa 1 - 2 m von der Verbindungslinie der Lautsprecher entfernt ist (vgl. Bild).

  1. Prüfung der Seitenrichtigkeit
    Diese Prüfung erfolgt mit dem Tickgeräusch des Metronoms im ersten Abschnitt der Stereotestplatten. Das Metronom tickt auf der einen Seite schnell und auf der anderen langsam. Die Anlage muß so eingerichtet sein, daß das schnelle Ticken mit der dazugehörigen Ansage ganz rechts, das langsame Ticken und die entsprechende Ansage ganz links von dem Beobachter zu hören ist.
    Sollte sich der umgekehrte Eindruck ergeben, so ist der rech- te Schiebeschalter des Verstärkers von Stereo auf Stereover- tauscht bzw. umgekehrt zu stellen.
  2. Die Prüfung der Gleichheit der Kanäle
    Diese Prüfung wird mit der Testmusik auf dem zweiten Abschnitt vorgenommen. Diese Musik wird abwechselnd über den rechten und linken Kanal wiedergegeben, so daß Unterschiede in der Lautstärke leicht festzustellen sind.
    Der Balanceregler ermöglicht in diesem Fall einen einwandfreien Ausgleich der Lautstärken des linken und des rechten Lautsprechers. Die Ausbalancierung beider Kanäle auf gleiche Lautstärke erfolgt daher mit Hilfe des Balancereglers ( 2. Regler von rechts).
  3. Die Prüfung des Mitteneindrucks
    kontrolliert: Bei richtiger Einstellung soll die Testmusik jetzt genau in der Mitte zwischen beiden Lautsprechern möglichst punktförmig wahrgenommen werden, so als ob dort ein weiterer Lautsprecher eingeschaltet wäre. Wenn der Gehöreindruck jetzt noch aus der Mitte etwas verschoben ist, muß das Übergewicht mit dem Lautstärkeregler eines Kanals noch entsprechend korrigiert werden. Ebenfalls ermöglicht der Balanceregler die Einstellung des optimalen Stereoeffektes. Wenn der Mitteneindruck etwas seitlich verschoben ist, kann dieser durch entsprechende Einstellung des Balancereglers wieder nach der Mitte verschoben werden.
  4. Die Prüfung der Lautsprecherpolung
    ist mit Hilfe des Testgeräusches im vierten Abschnitt der Platte leicht durchzuführen. Hierzu werden die Lautsprecher von den Seiten zweckmässig in der Mitte möglichst dicht zusammengestellt.
    Die mit den vorangegangenen Testabschnitten gefundenen Einstellungen dürfen nun nicht mehr verändert werden. Das auf diesem Abschnitt enthaltene Testgeräusch scheint deutlich durch den Raum zu wandern, und zwar beim ersten Teil (9 mal das gleiche Geräusch) in umgekehrter Richtung, wie beim zweiten Teil (ebenfalls 9 mal das gleiche Geräusch).
    Bei richtiger Lautsprecherpolung scheint das Geräusch des ersten Teil irgendwo im Raum zu entstehen und mitten zwischen den Lautsprechern zu verschwinden, während das Geräusch des zweiten Teils genau umgekehrt zwischen den Lautsprechern zu entstehen scheint und dann irgendwo im Raum verströmt.
    Bei falscher Polung wird der entgegengesetzte Vorgang wahrgenommen: Im ersten Teil entsteht das Geräusch zwischen den Lautsprechern und wandert in dem Raum, im zweiten Teil wandert es aus dem Raum zwischen die Lautsprecher. Die Lautsprecher sind also so anzuschließen, daß das erste Geräusch aus dem Raum zwischen die Lautsprecher und das zweite Geräusch in umgekehrter Richtung wandert.
    Bei falscher Polung der Lautsprecher, sind demgemäß die Anschlüsse des Lautsprechers zu vertauschen.
    Beachte: keinen Lautsprecher-Kanaltausch vornehmen!
    Bei Vorhandensein von mehreren Lautsprechern pro Kanal muß auf richtige Polung der Lautsprecher untereinander, besonders geachtet werden. Sollte sich nach Durchführung des Tests herausstellen, daß eine falsche Polung vorgelegen hat, so empfiehlt sich eine erneute Prüfung des Mitteneindrucks mit der Testmusik auf dem dritten Abschnitt. Die Testsignale sind in der Länge so bemessen, daß die notwendigen Korrekturen während des Ablaufs der Platte vorgenommen werden können.

Wir hoffen, daß Ihnen unser Hifi-Vollstereoverstarker "Maestro 1000" viel Freude bereitet und bitten Sie doch von sämtlichen technischen Möglichkeiten die Ihnen unser Vollstereoverstärker "Maestro" bietet, regen Gebrauch zu machen.

München,

Ihre
R A D I O - R I M
G.m.b.H.

Über preiswerte HiFi-Plattenspieler u. Lautsprecherkombinationen informieren Sie die beiliegenden Prospekte und unser Bastelbuch.

Wichtige Hinweise

  1. Bei Verstärkern dürfen Sie niemals vergessen, den Ausgangstransformator durch Lautsprecher oder Belastungswiderstand gleicher Größe zu belasten. Die Tonfrequenz-Wechselspannung an der Sekundärseite kann sonst zu Spannungsüberschlägen im Transformator führen und diesen unter Umständen unbrauchbar machen!
    Beim Chassiseinbau auf elektrische Berührungssicherheit und Wärmeableitung achten.
     
  2. Beachten Sie beim Selbstbau die VDE-Bestimmungen, die der Verband Deutscher Elektrotechniker zur Gefahrenvermeidung beim Betrieb elektrotechnischer Geräte aufgestellt hat.
    Für den Selbstbau von Geräten gelten die VDE-Bestimmungen nur bedingt, solange der fachkundige Erbauer damit hantiert. Wird aber ein Selbstbaugerät verschenkt, oder durch Familienmitglieder bedient, sichert nur die Einhaltung der VDE-Vorschriften vor Schadenersatzforderungen.
     
  3. Irgendwelche Schäden, die durch RIM-Erzeugnisse entstehen, berechtigen nicht zu einem Schadenersatzanspruch irgendwelcher Art.
     
  4. Technische Änderungen ohne Vorankündigung vorbehalten.

Richtiges Löten

  1. Was wird zum Löten benötigt?
    Ein Elektrolötkolben mit 50 - 100 Watt Heizleistung. Ein Lötkolbenständer als Unterlage für den heißen Lötkolben. Eine Rolle Kolophonium-Lötdraht, in dessen Inneren das Flußmittel Kolophonium eingebettet ist.
    Ein kleines Messer oder ein Stückchen feines Sandpapier zum Reinigen nicht blanker Lötstellen.
    Und nicht zuletzt eine ruhige Hand und ein kleinwenig Geduld!
     
  2. Welche Vorbereitungen sind zu treffen?
    Falls der Kupfereinsatz des Lötkolbens - wie üblich - schwarz oxydiert ist, sollte er blank gefeilt und mit Sandpapier geglättet werden. Erst jetzt wird der Kolben eingeschaltet. Beginnt die Oberfläche des Kupfers sich zu verfärben, so streicht man mit dem Lötdraht darüber, bis dann das Zinn zu schmelzen beginnt. Dadurch wird die ganze Oberfläche der Kupferspitze - evtl. unter Zuhilfenahme eines Lappens - verzinnt. Die Löttemperatur des Kolbens ist dann erreicht, wenn das Lötzinn beim Berühren des Kolbens sofort schmilzt und das Kolophonium verdampft.
    Je heißer der Kolben, desto schneller die Lötung!
    Nur völlig blanke Teile ergeben gute Lötstellen.
    Zunächst sind die zu verbindenden Teile (z.B. Lötöse und Schaltdraht) zu verzinnen. Dazu betupft man die heiße Lötkolbenspitze kurz mit Lötzinn, um sie gewissermaßen "feucht" zu machen. Die Lötkolbenspitze legt man nun an die Breitseite der Lötöse und berührt die andere Seite der Lötöse mit dem Lötzinn. Hat die Öse die Löttemperatur erreicht, beginnt das Zinn zu fließen. Das gleichzeitig ausfließende Kolophonium wirkt als Flußmittel und erleichtert die mühelose Verbindung zwischen der Oberfläche und dem Zinn. Wenn auch der Schaltdraht, wie eben beschrieben, verzinnt ist, sind die Lötvorbereitungen abgeschlossen.
    Fadenlötzinn darf nur auf der Lötstelle zum Fließen gebrahcht werden, sonst verdampft das Flußmittel wirkungslos.
    Der Lötdraht wird schnell von der Lötstelle entfernt, sobald ein geringer Teil zum Schmelzen kam. Es soll ja kein Zinnklumpen, sondern nur ein hauchdünner Überzug entstehen. Auch der Kolben wird nur solange an der Lötstelle belassen, bis das Zinn glänzend fließt. Sollen die Lötösenlöcher freibleiben, hat sich das Hindurchstecken einer Bleistiftspitze bewährt.
     
  3. Was ist beim Lötvorgang zu beachten?
    Nach dem Zusammenhalten der beiden zu verlötenden Teile sind die beiden Zirmschichten mit dem Lötkolben nochmals zum Fließen zu bringen. Eine einwandfreie Lötstelle besteht also nur aus einer hauchdünnen Zinnschicht als Verbindung. Dicke Klumpen zeigen an, daß entweder mit zu kaltem Kolben gelötet, oder der Kolben nicht bis zum Erreichen der Fließtemperatur an der Lötstelle belassen wurde.
    Während des Abkühlens darf die Lötatelle nicht erschüttert werden, sonst wird ihre Oberfläche matt. Dies wäre ein Zeichen einer ungenügenden Verbindung. Die Abkühlung kann durch Anblasen mit dem Mund beschleunigt werden.
     
  4. Sonstige wichtige Hinweise.
    Beim Löten an wärmeempfindlichen Teilen (Kristall-Elemente, Dioden, Transistoren, keramischen Kondensatoren, Präzisionswiderständen usw.) sind die Anschlußdrähte länger als normal zu lassen. Während des Lötvorganges faßt man diesen Anschlußdraht mit einer Flachzange und unterbindet damit die Wärmeleitung und so die Beschädigung des Bauteiles.

    Vor dem Einbau alle Lötösen verzinnen. Es erleichtert und beschleunigt die Arbeit wesentlich. Drähte durch Lötösen nur hindurchstecken, niemals aber herumwickeln! Uber den Vorteil dieser Lötmethode wird man sich dann bewußt, wenn man diese Lötstellen wieder auftrennen muß!
    Es gibt Metalle (z.B. Eisen und verschiedene Widerstandsmaterialien), bei denen Kolophonium als Flußmittel nicht ausreicht, um eine innige Bindung zwischen Material und Lötzinn herbeizuführen. In diesen Fällen ist die Verwendung von Lötfetten am Platze. Man verzinnt dabei das infragekommende Teil außerhalb des Gerätes und wäscht die Lötstelle anschließend mit Wasser, Tri oder Spiritus ab. Die Wirkung des Lötfettes beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Lötstelle. Beim Verdampfen während des Lötvorganges schlagen sich auch in der Umgebung der Lötstelle säurehaltige Rückstände nieder.

Weitere Dokumente aus der Baumappe:

Stücklisten:

Stückliste 1 Stückliste 2 Stückliste 3 Stückliste 4

Berichtigungen:

Berichtigung 1 Berichtigung 2

Schaltpläne:

Gesamtplan:
Ätzplatte Aussteuerung:
Ätzplatte Filter:

Baupläne:


Ein herzliches Danke an Dr. Jürgen Rathlev, der mir diese Seiten nicht nur scannte, sondern auch diese html-Seite dazu erstellte. Danke!


Aus dem Buch von Heinz Richter, "Elektroakustik für Alle", entnahm ich den folgenden Text zum Rim Mastro 1000:

Da beide Verstärkerzüge dieselben elektr. Merkmale besitzen, bedarf es nur der Erläuterung eines Verstärkerkanals (z. B. linker Kanal). Wie aus dem Schaltplan ersichtlich ist, besitzt der Stereoverstärker insgesamt vier umschaltbare Eingänge:
TA-Kristall, TA-magnet.-dynamisch, Tonband bzw. Rundfunk- und Mikrofon. Die vier Eingänge sind mit Hilfe des Drucktastenschalters wählbar, aber nicht miteinander mischbar.
Bei Mikrofonbetrieb wird durch den Vorwiderstand R 8 zusammen mit dem Gegenkopplungswiderstand R 1k eine günstige Anpassung der Quellspannung an die Eingangsempfindlichkeit des Verstärkers erzielt. Die aus der kommerziellen Technik übernommene Empfindlichkeitsregelung mittels Gegenkopplung ermöglicht eine weitgehende verzerrungsarme Aussteuerungsfähigkeit des Verstärkers auch bei größeren Eingangssignalen.
Bei Stellung Tonband bzw. Rundfunk ist der Gegenkopplungsfaktor des frequenzunabhängigen Gegenkopplungskana-les wesentlich größer. Das heißt: die so rückgeführte und um 180° phasenverschobene Teilspannung verkleinert die am Eingang wirksame Steuerspannung auf den erforderlichen Wert von nur ca. 300 mV. Auf Grund dieser starken Gegenkopplung bei Stellung "Tonband" werden natürlich auch die nichtlinearen Verzerrungen der Eingangsstufe äußerst gering gehalten und der Signal-Fremdspannungsabstand wird wesentlich verbessert.
Bei Stellung Tonabnehmer magnet.-dynamisch wird nun die zum direkten Anschluß von magnet-dynamischen Tonabnehmern erforderliche Phonoentzerrung, welche die Aufgabe hat, den Frequenzgang magnetischer und dynamischer Tonabnehmer zu linearisieren, eingeschaltet. Bekanntlich ist die von magnet-dynamischen Tonabnehmern abgegebene Quellspannung der sogenannten "Schnelle" und nicht der Nadelauslenkung wie bei piezoelektrischen Kristalltonabnehmern proportional. Daher muß die Frequenzkurve des Entzerrers gewissermaßen ein Spiegelbild der Schneidekurve sein.
Diese wird mit Hilfe einer frequenzabhängigen Gegenkopplung erreicht. Die Dimensionierung dieser Glieder wurde so ausgeführt, daß der nach der neuesten JEC-Empfehlung vorgenommene Schneidefrequenzgang mit den Werten 3180 us (microsekunden) bei 50 Hz, 318 us bei 500 Hz und 75 us bei 2120 Hz dadurch weitgehend linearisiert wird.
Gleichzeitig übernimmt die brumm- und klingarme Eingangspentode EF 86 die erforderliche Vorverstärkung der von magnet-dynamischen Tonabnehmern abgegebenen äußerst kleinen Signalspannungen von ca. 3 - 7 mV / mm Lichtbandbreite.
Bei Stellung Tonabnehmer Kristall wird der angeschlossene Kristalltonabnehmer mit einem verhältnismäßig niedrigen Abschlußwiderstand von nur 12 KOhm belastet. Die bei dieser Stellung wirksame niedere Eingangsimpedanz verursacht insbesondere eine Abschwächung der tiefen Frequenzen, so daß der Frequenzgang des Kristalltonabnehmers weitgehend dem TA-dyn.-Frequenzgang angeglichen wird. Dadurch werden gleichzeitig die Intermodulations- und Klirrverzerrungen des angeschlossenen piezoelektrischen TA-Systemes in gewissen Grenzen gehalten, so daß damit eine zusätzliche Klangverbesserung eintritt und somit die gesamte Entzerrung wesentlich vereinfacht wird.
Während bei Stellung "Forte" das amplitudenlineare Signal auf das Gitter des ersten Triodensystems gelangt, wird bei Stellung "Piano" ein frequenzabhängiger Spannungsteiler eingeschaltet. Das dabei wirksame Hochpaßglied R 15 / C 6 und der Eine weitere schaltungstechnische Feinheit stellt der Kom-binations-Schiebeschalter mit den drei Schaltstellungen MonoStereo- und Stereo- vertauscht dar. Bei Stellung Mono werden beide Endverstärkerzüge mit Phasenumkehrstufen parallel geschaltet. Dadurch steht eine maximale Endleistung von 20 W zur Verfügung. Bei Stellung Stereo arbeiten die Kanalendstufen völlig voneinander getrennt und erhalten die stereophone Modulation von den ebenfalls getrennt arbeitenden Kanalvorverstärkern. Bei Stellung Stereo-vertauscht erhalten die beiden Kanalendstufen vertauschte Stereosignale. Die Umschal tung wird auch hier vor den Endstufen vorgenommen.
Über den Tandem-Lautstärkeregler P 4 gelangt das Stereosignal in die Phasenumkehrstufe, welche die Aufgabe hat, die beiden Endpentodensysteme der Endröhre ELL 80 in Gegen-taktanordnung mit je einer in der Amplitude gleichen und in der Phasenlage um 180° gedrehten Spannung anzusteuern. Das geschieht folgendermaßen: Das Stereokanalsignal wird über C 16 dem Gitter des ersten Triodensystems von V 3 zugeführt. Dieses System arbeitet als normale Verstärkerröhre und liefert die Steuerspannung für ein Endpentodensystem von V 4.
Gleichzeitig erhält das zweite Triodensystem von V 3 als Gitterwechselspannung einen Teil der Ausgangsspannung des ersten Triodensystems. Die Gegenkopplungsglieder R 34, R 35 wurden so bemessen, daß die von dem ersten und zweiten Triodensystem von V 3 gelieferten und um 180° zueinander phasenverschobenen Ausgangsspannungen automatisch amplitudenmäßig exakt übereinstimmen.
Durch die gleichzeitige, amplitudengleiche und phasenverschobene Ansteuerung der beiden Endpentodensysteme von V 4 über C 20 und C 21 erhält man bei dieser Gegentakt-Schaltung eine hohe Ausgangsleistung, und durch die symmetrische Anordnung der beiden Wicklungshälften mit Schirmgitteranzapfungen heben sich die auftretenden Verzerrungen weitgehend auf. Der starke frequenzunabhängige Gegenkopplungskanal von der Sekundärseite der Ausgangsübertrager auf den aufgeteilten Kathodenkreis des ersten Triodensystems von V 3 macht die Endstufe weitgehend lastunabhängig und reduziert den Klirrfaktor auf ein Minimum.
Die exakte Einstellung der vorgeschriebenen negativen festen Gittervorspannung der Endröhren sowie der einwandfreie Abgleich ihrer Anodenruheströme kann mit Hilfe des Vorspannungsreglers P 6 und des Symmetrierreglers P 5 vorgenommen werden. Nachdem im Kathodenkreis der Endröhren ein Meßwiderstand von 12 Ohm liegt, ist dieser Wert bei Mittelstellung von P 5 durch Spannungsabfallüberprüfung an R 45 verhältnismäßig leicht festzustellen.
Der Netzteil wurde entsprechend bemessen und liefert die für beide Kanalverstärker erforderlichen Anoden- und Heizspannungen. Zur Reduzierung der Netzteil-Innenwiderstände werden anstelle einer Gleichrichterröhre zwei teuere Siliziumgleichrichter verwendet, die auch bei Vollaussteuerung und Impulsspitzen eine nahezu belastungsunabhängige Anoden-spannungsversorgung gewährleisten.
Für eine welligkeitsarme Anodenstromversorgung und ausreichende Entkopplung der Verstärkerstufen der beiden Verstärkerzüge sorgt die reichlich bemessene Siebkette. Ferner besitzt jeder Verstärkerkanal eine eigene separate Heizwicklung mit Entbrummpotentiometer, so daß hier jeder Kanalverstärker auf sein spezifisches Brumm-Minimum eingestellt werden kann. Die Primärseite des Netztrafos ist auf die üblichen Netzspannungen umschaltbar, und eine Feinsicherung schützt den Transformator vor evtl. auftretenden Kurzschlüssen. Als Netzschalter wird ein zweipoliger Kippschalter verwendet.
Die Betriebsbereitschaft des Gerätes wird durch ein 10 V Lämpchen angezeigt, welches von einer Heizwicklung gespeist wird.

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