Ein kleiner Mittelwellen-Sender, in wenigen Minuten zusammengebaut.


Die nachfolgende Schaltung ist mehr als ein Geck, als ein Witz zu verstehen..
Obwohl ich auf meinen Seiten niemals eine Bauanleitung in Silizium-Technik vorstellen wollte.. - aber man sagt ja nicht umsonst "Ausnahmen bestätigen die Regel".. - dieses soll eine Ausnahme sein (und bleiben).

Es ging darum, einem Besucher einige meiner alten Radio's vorzuführen - es handelte sich um meine Volksempfänger und um meinen DKE.
Mein Besucher war auch "gebührend beeindruckt" - und sagte dann, zum Scherz, daß es "authentischer" wäre wenn man aus dem DKE, der ja auch als "Göbbels-Schnauze" bekannt ist, den Göbbels sogar auch noch hören könnte.

Klar, zuerst haben wir gelacht- es war ja auch nur ein Scherz.

Dann aber wurde ich, einige Zeit später, nachdenklich - fiel mir doch ein gewisser Bausatz ein, der von Oppermann-Elektronik zum Spottpreis von nur 4,95 DM angeboten wird - dieser ist unter der Best.-Nr. 0B114 als MW-Oszillator aufgeführt.
Ich bestellte mir dann vor kurzem diesen Bausatz.

Nach dem Zusammenbau, nach Anschluß eines Stecker-Netzteiles, nach Anschluß meines Computer-Soundkarten-Ausgangs (Line-Out) an den NF-Eingang der Platine, nach Anschluß eines etwa 30 cm langen Stück Drahtes als Antenne stellte ich folgendes fest : Er brummte. Ziemlich kräftig sogar.
Also : Steckernetzteil abgeklemmt, 9-Volt-Batterie angeschlossen - hervorragend. Ausgezeichnete Qualität.

Der kleine MW-Sender ist ziemlich frequenzstabil, er sendet im Bereich um die 1000 kHz,- soll aber, laut Beschreibung, durch den Ferritkern der Spule abstimmbar sein im Bereich 520 - 1600 kHz.
Ich bin mit meinem Kofferradio in der Wohnung herumspaziert - außerhalb des Zimmers, in dem ich den kleinen Sender betrieb, war nichts mehr zu empfangen - die Sendeleistung ist sehr gering. - Ist keine Wand dazwischen, komme ich etwa auf einen Sendebereich von 5 - 8 Meter, und ganau so sollte es sein !
Alles weiter wäre sehr gefährlich, weil strengstes verboten. So kann der Sender auch keine Nachbarn stören. (Eigentlich ist auch schon bereits der Betrieb dieses kleinen Senders verboten. Da er aber, durch diese sehr geringe Reichweite, keinen stören kann.. - wo kein Kläger, da kein Richter..)
Hier zeige ich ein Foto des fertig aufgebauten Gerätes:


Für den interessierten Bastler hier auch noch ein Kopie der Schaltung aus der Bauanleitung. - Von wirklich jedem Anfänger kann diese Schaltung schnell zusammengebaut werden :


Die Platine ist kleiner als eine Streichholz-Schachtel, die paar Bauteile sind in weniger als 5 Minuten verlötet, das Gerät ist sofort betriebsbereit.

Bauteile : R1 = 1k
R2 = 2,7 k
R3 = 2,7 k
R4 = 2,7 k
C1 = 0,22 F (Tantal)
C2 = 100 pF
C3 = 390 pF
C4 = 390 pF
T1 = JA 101 (jeder beliebigen HF - Transistor (BF xxx), PNP, 30V und 0,2A Belastbarkeit genügt)
L = ca. 80 - 100 Wdg. (ausprobieren !)
Zur genaueren Beschreibung habe ich weitere Fotos angefertigt, die die Spule und Bauteile deutlicher zeigen, das zweite Bild verdeutlicht die Beschriftung des (mir unbekannten) Transistors :








Durch von mir auf Video aufgezeichnete dokumentarische Fernseh-Sendungen, in welchem der Krieg, das sogenannte "Dritte Reich" und die Kriegsfolgen gezeigt wurden, fand ich Tonaufzeichnungen in welchem Göbbels zu hören war. Ein paar seiner Reden kopierte ich auf eine Tonbandkassette - meinen kleinen Walkman schloß ich mit dem Kopfhörer-Ausgang an den kleinen Sender an - und Göbbels war ganau so, wie mein damaliger Besucher es sich - scherzhaft - wünschte, aus dem DKE-Lautsprecher im Original-Ton zu empfangen.

Nun könnte man ja meinen, es geht auch einfacher - man braucht doch nur einen Tonabnehmer-Eingang an den DKE anbringen, dann geht's auch.. - dazu sage ich aber laut und deutlich NEIN !

- Der DKE besitzt keinen Tonabnehmer-Eingang,- ihn dort anzubauen bedeutete, ihn zu "verbasteln". Was folglich eine "Todsünde" wäre.
Der nächste Punkt : es sollte ja authentisch sein. - Ich will den Sender "hereinholen", ihn "suchen" - auch wenn ich geanu weiß, wo er zu finden ist.. - nein, ich meine nicht den Ort, wo er zu finden ist, ich meine, wo er auf der Skala zu finden ist...

Stellt Euch mal das Gesicht eines Besuchers vor, dem Ihr Euren DKE oder Euren VE vorführt und der dann, wenn ihr den Sender auf der Skala "gefunden" habt, den O-Ton vom Göbbels oder anderen "Zeitgenossen" hört ?
Ich denke, dieser Besucher wird mehr als überrascht sein ..!
Ein weiterer Einsatzzweck dieses kleinen Senders wäre auch noch u.a. das Testen von Detektor-Empfängern.

Ein findiger Bastler könnte auch hingehen, den Sender mit einem Leistungs-Transistor oder einer Röhre zu verstärken, um somit eine höhere Reichweite zu erreichen. - Ich kann nur eindringlich davor warnen !! Lasst es sein, die Post ist sehr, sehr Fix bei solchen Sachen.. - und es würde dann schnell sehr, sehr teuer..

Viel Spass mit dem "Kleinen".. ..
Zurück zur Hauptseite