Amateursender mit LS 50 (GU 50)

Im folgenden soll ein leistungsfähiger mehrstufiger Amateursender beschrieben werden, der in allen Stufen mit der nicht schwer zu beschaffenden und sehr geeigneten (Röhre LS 50 bestückt ist.
Im einzelnen enthält die Schaltung eine Steuerstufe mit Quarzkristall-Frequenzverdoppler-Endstufe (C-Verstärker) [CO FD PA]. Umschaltung von "Grafie" auf "Fonie".


Der Steuersender arbeitet in Huth-Kühn-Schaltung. Im Gitterkreis liegt der Schwingquarz, dessen Eigenfrequenz der halben von der Antenne ausgestrahlten Betriebsfrequenz entsprechen soll. Als Anodenkreis dient eine Resonanzdrossel, deren Eigenfrequenz durch ihren L-Wert und die Spulenkapazität bestimmt ist. Hierdurch lassen sich im Anodenkreis verhältnismäßig große HF-Spannungen erreichen. Um ein leichteres Anschwingen des Quarzes zu erzielen, ist eine kleine Rückkopplung in Form von zwei in Reihe geschalteten Keramikkondensatoren von je 1 pF vorgesehen. Die Gittervorspannung wird über die Drossel D1 zugeführt.
Auf den Steuersender folgt die Verdopplerstufe, die als C-Verstärker mit hoher negativer Gittervorspannung von etwa 260 Volt arbeitet. Der Anodenkreis ist auf die doppelte Frequenz des Steuersenders abgestimmt. Der Kopplungskondensator Ck ist für eine Spannung von 2000 Veff zu wählen, da an ihm die Anodenglelchspannung und die ihr überlagerte HF-Spannung liegen.
Das gleiche gilt für den Kopplungsblock zur Endstufe.
Im PA können für größere Leistungen z. B. bei Fonie zwei parallelgeschaltete LS 50 eingesetzt werden. Bei Grafiebetrieb stehen dann etwa 100 Watt Oberstrich und bei Fonie etwa 50 Watt Mittelstrich HF-Energie zur Verfügung.
Bei Fonie ist die Gittervorspannung der Endstufe zu erniedrigen (C-Verstärker), da hier auf der Mitte der sog. Telefoniekurve gearbeitet werden muß (Antennenstrom in Abhängigkeit von der Gittervorspannung der Endstufe).
Die Umschaltung wird durch den Doppelschalter S1 - S2 vorgenommen, der die Morsetaste Ta kurzschließt und die Gittervorspannung der Endstufe auf den erforderlichen Wert einstellt. Bei Grafie und offener Taste ist die Gittervorspannung an der Steuerstufe so groß, daß diese gesperrt ist und nicht arbeitet.
Beim Schließen der Taste wird der 100-kW-Widerstand kurzgeschlossen und das Steuergitter über D1 geerdet: der Oszillator schwingt. Bei Fonie muß der Steuersender durchschwingen, daher schließt S1 die Taste kurz und S2 setzt die Gittervorspannung der Endstufe herab. S3 schaltet die Sekundärseite des Modulationstrafos ein.
Beim erstmaligen Abstimmen des Senders erniedrigt man die Anodenspannungen auf etwa die Hälfte. Bei J1 und J2 kann ein mA-Meter mit einem Bereich von 50 mA, bei J3 ein solches von etwa 100 mA (z. B. Mehrbereichinstrument) eingeschaltet werden. Zuerst wird der Eisenkern von L1 so verändert, bis J1 ein Minimum zeigt. Kreis L2 C2 wird auf die doppelte Frequenz des Steuersenders abgestimmt, was durch ein schwaches Minimum bei J2 feststellbar ist (Kontrolle mit einem Absorptionskreis!), ebenso wird mit L3 C3 der Endstufe verfahren, wobei dieser Kreis auf die gleiche Frequenz wie L2 C2 abgestimmt wird, was sich wieder durch ein Minimum von J3 bemerkbar macht.
Nach der Abstimmung auf eine künstliche Antenne, bestehend aus L4 einer 100-Watt-Glühlampe und einem Drehkondensator von etwa 350 pF, wird auf volle Anodenspannung gegangen.
Da am Gitter der Endstufe sowohl die NF-Spannung vom Modulationsverstärker als auch die hochfrequente Steuerspannung liegt, muß die Einstellung der Gittervorspannung und der HF-Steuerspannung sorgfältig vorgenommen werden. Bei richtiger Einstellung darf sich der Anodenstrom J3 bei arbeitendem Modulationsverstärker nur unwesentlich ändern.
Wenn J3 beim Besprechen des Senders stark ansteigt, so können in der Endstufe UKW-Störschwingungen vorhanden sein oder die NF-Steuerspannung ist zu groß oder verzerrt (Modulationsverstärker arbeitet nicht einwandfrei); sinkt dagegen J3 stark, so kann die Grundgittervorspannung zu niedrig, die hochfrequente Steuerspannung zu groß sein oder durch Gitterstrom in der Endstufe die Modulationsspannung zusammenbrechen. Die Qualität der Sprache ist mit einem Fonie-Monitor oder durch eine Messung des Modulationsgrades zu überprüfen.
Der Aufbau ist nicht sehr kritisch. Der Sender läßt sich auf einem Chassis von 35 X 18 cm oder kleiner unterbringen.


Zweckmäßig wird L2 senkrecht und L3 liegend angeordnet. Die Schwingkreisleitungen sind möglichst kurz zu halten; das Chassis ist nur an einem Punkt mit der Minusleitung des Netzgerätes zu verbinden.
Die Schaltung eignet sich besonders für einen 10-m-Sender; die Quarzfrequenz liegt dann Im 20-Meter-Band. Für L1 kann eine Empfängerspule mit 3 ... 4 Kammern, Lackdraht (1 mm) und verstellbarem Eisenkern oder eine Luftspule mit 8 ... 10 enggewickelten Windungen bei 3 cm Durchmesser gewählt werden. Durch Verlängern bzw. Verkürzen der Spulenlänge oder durch einen zusätzlichen Eisenkern läßt sich die Abstimmung auf die Quarzfrequenz erreichen. L2 und L3 erhalten etwa 4 Windungen bei 4 cm Æ; L2 wird aus Lackdraht von 2 mm und L3 am besten aus Kupferrohr von 5 ... 6 mm Durchmesser gewickelt, während L4 aus 5...7 Windungen mit 2 mm Lackdraht bei 2 cm Æ besteht und im Inneren der Spule L3 angeordnet wird. Die Kondensatoren C2 und C3 müssen Luftisolation und Keramikträger haben. Der Plattenabstand soll so groß sein, daß kein Funkenübergang stattfindet. Die Endkapazität betrage etwa 50 pF. Die Gitterdrosseln D1, D2 und D3 werden auf je einen 1-Watt-Widerstand gewickelt, und zwar besteht D1 aus einem Widerstand von 1000 Ohm, der mit 0,3 mm CuLS vollgewickelt wird, D2 und D3 bringt man auf je einen 1-MW-Widerstand mit 0,2 mm CuLS auf.
Zum Foniebetrieb wäre noch folgendes zu bemerken: die an sich sehr schmalen Amateurbänder sind sehr stark übersetzt, und da Fonie ein wesentlich breiteres Band (etwa 2500 Hz) als der Grafiebetrieb erfordert, so soll Fonie nur unter günstigen Bedingungen, d.h. wenn die Bänder nicht gerade sehr stark besetzt sind, in möglichst kurzen qso's gemacht werden. Auf absolut gute Tonqualität ist hierbei besonderer Wert zu legen, da sogenannte "Übertragungen aus dem Froschteich" in jeder Weise unerwünscht sind.

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