Einfach aufzubauender einstufiger, quarzgesteuerter Sender.

Bei der folgenden Schaltung habe ich lange Zeit gezögert, sie hier vorzustellen. Es ist eine Senderschaltung, die sehr schnell und sehr, sehr leicht aufzubauen ist - dabei eine garadezu gigantische Sendeleistung erbringt.
Diese Schaltung wurde, als sie vor etwa 35 – 40 Jahren Publik gemacht wurde sofort "verboten", verdrängt – eben wegen der Leichtigkeit, diesen Sender aufzubauen. – Nicht nur die Einfachheit des Nachbaues, auch die Leichtigkeit ihn abzustimmen zeichnet diesen Sender aus.
Es ist leicht, diesen Sender, deren Schaltbild mit Spulendaten ich (trotz Bedenken !) vorstelle, von den angegebenen Daten des Quarzes und der Steckspule für den KW-Bereich von 80 m auf den Mittelwellenbereich um die 1000 kHz umzubauen, einfach indem man anstatt des 3,5 – 3,6 MHz-Quarzes einen 1 mHz-Quarz verwendet, die Spule anstatt mit 40 Windungen mit ca. 100 – 120 Wdg. anfertigt. – Außderdem müßte auch noch der 100-pF-Drehkondensator auf ca. 300 – 500 pF vergrößert werden. (Da ich keine Berechnungsmöglichkeiten zur Verfügung habe, kann ich hierzu nur sagen : ausprobieren.)
Der Wirkungsgrad wird zwar geringer im Mittelwellenbereich – aber etwa 20 Watt Sendeleistung .. – mann oh mann .. ! Da könnte es sein daß da bald wieder die gelben Autos des Funkstörungsmeßdienstes herumfahren mit kreisenden Peilantennen. - Also, eine Warnung an diejenigen, die sich diesen Sender nachbauen wollen – seid vorsichtig... lasst Euch nicht erwischen.. es wird teuer. Laßt es lieber sein !

Dieser Sender darf NUR mit einer vorliegenden Sendegenehmigung der Oberpostdirektion betrieben werden - aber – man würde sie wahrscheinlich nicht bekommen können.

Sei's drum - ich werde Euch nun die Schaltung mit den notwendigen Erklärungen dazu vorstellen :


Die Schaltung weist keine Besonderheiten auf. Als Senderöhre wird die amerikanische Röhre 807 verwendet, als Alternative kann die baugleiche deutsche QE 06/50 eingesetzt werden. Beide Röhren dürften auch heute noch leicht erhältlich sein.
Der Quarzstrom fließt durch ein Glühlämpchen von 6 Volt 60 mA, das zugleich als Sicherung dient falls der Quarzstrom auf über 60 mA steigen sollte.
Die Röhre wird überdie Drossel 2,5 mH parallel gespeist.
Im Anodenstromweg liegt gleichfalls ein Glühlämpchen von 6 Volt 200 mA für Anodenstromanzeige und Abstimmung. Besser ist natürlich ein Milliamperemeter mit 200 – 300 mA Vollausschlag.
Obwohl die Röhre mit 600 Volt Anodenspannung betrieben werden kann, ist doch zunächst der Betrieb mit einer niedrigeren Spannung zu empfehlen, um eine Überlastung der Röhre durch unsachgemäße Bedienung zu vermeiden.
Das Netzteil sollte 300 – 500 Volt Gleichspannung bei mindestens 150 mA Stromentnahme liefern können. Wer will, kann den Transformator für 2 x 600 Volt Wechselspannung auslegen und Anzapfungen bei 2 x 300 Volt, 2 x 400 Volt und 2 x 500 Volt vorsehen, dann kann man die Anodenspannung nach Wunsch einstellen.
Sieb- und Ladekondensatoren müssen die entsprechende Spannungsfestigkeit haben. – Auch der Trennkondensator 1 nF, der den Collins-Anodenschwingkreis vom Anoden-Gleichstromkreis trennt, sowie der Abblock-Kondensator 1 nF hinter der 2,5-mH-Drossel im Anodenkreis müssen das doppelte der Anodenspannung aushalten können !
Die Tastung der Röhre, für den Telegrafie- (Morse-) Betrieb wird in der Kathode vorgenommen. Es fließt also der gesamte Strom über diese Taste. Schon aus diesem Grund erscheint es nicht ratsam, die Anodenspannung zu hoch zu wählen. Da bei dieser Tastart leicht "Tastklicks" auftreten können, sieht die Schaltung im Kathodenkreis ein Filter aus einer 2,5-mH-Drossel, einem 500-pF- und einem 10-nF-Kondensator vor.

Der Sender ist für den Betrieb auf dem 80-m-Band gedacht, d.h. der Quarz muß in dem Frequenzbereich von 3,5 – 3,6 MHz liegen.
Soll in Verdoppelung auf dem 40-m-Band gearbeitet werden, muß die Quarzfrequenz zwischen 3500 und 3537 kHz gewählt werden, um in den CW-Bereich von 7000 bis 7075 kHz zu kommen. Die Steckspule ist dann auszuwechseln.

Der Aufbau wird sorgfältig geplant, um zu einer möglichst kurzen Leitungsführung zu gelangen. Die Gleichrichterröhre kann durch die Quecksilberhaltige Hochleistungs-Gleichrichterröhre 866A ersetzt werden, welche höhere Leistungen ermöglicht. (Der Hersteller spricht von 800 mA Dauerstrom bei einer Spannung von unterhalb 1000 Volt, sie kann aber ohne weiteres mit 3000 Volt betrieben werden..) Diese Röhre ist gut erhältlich und kostet etwa um die 15 - 20 DM.

Die Inbetriebnahme:
Anstelle der Antenne nimmt man eine 60- 100-Watt-Glühlampe, die zwischen Antennbuchse und Masse geschaltet wird. Das Netzteil wird eingeschaltet, die Taste bleibt offen, bis die Senderöhre durchgeheizt ist (ca. 1 Minute). Dann wird die Taste gedrückt, und das Glühlämpchen im Anodenstromkreis muß aufleuchten. Jetzt wird der 100-pF-Kondensator auf Resonanz gebracht. Wir erkennen diese Einstellung daran, daß das Glühbirnchen etwas dunkler wird und die als Antenne geschaltete Glühlampe aufleuchtet.
Der 1000-pF-Ausgangsdrehkondensator wird nun auf größte Helligkeit der Glühlampe abgestimmt. Nun ist der Eingangsdrehkondensator (100 pF) wieder nachzustellen.
Beide Drehkondensatoren werden abwechselnd so lange abgestimmt, bis die Glühlampe im Ausgang ein Maximum an Helligkeit anzeigt.
Die Taste wird geöffnet und die Antenne, bzw. die Speiseleitung zur Antenne, angeschlossen. Um festzustellen, ob die Antenne "Strom zieht", kann man sich eines einfachen Hilfsmittels bedienen : zwei 60 cm lange Drähte werden mit den beiden Polen eines Birnchens von 2,5 Volt – 60 mA verbunden. Das freie Ende des einen Drahtes kommt an die Antennbuchse, das freie Ende des anderen in etwa 1,20 m Entfernung davon an die Speiseleitung, deren Isolierung gegebenenfalls an dieser Stelle entfernt wird.
Die Taste wird nun wieder gedrückt. Sobald Antennenstrom fließt, wird das Lämpchen aufleuchten. Mit den beiden Drehkondensatoren wird die maximale Helligkeit eingestellt und dann das Birnchen entfernt.
Das Signal ist im Empfänger (Antenne dabei abschalten !) abzuhören und beim Tasten zu prüfen, ob keine Tastklicks auftreten.
Damit ist der Sender betriebsbereit.

Der hier vorgestellte Sender ist, wie man erkennt, ein getasteter Sender. Mit einfachsten Mitteln kann er aber auch zu einem modulierten Sender erweitert werden, d.h. zu einem Sender mit Sprach-(oder Musik-..) Ausgabe.
Hierzu wird der Taster durch einen Schalter, der den Sendebetrieb ein-/ausschaltet, ersetzt und ein kleiner Verstärker (z.B. ein kleiner ECL-86-Verstärker) wird entweder in die Anodenleitung oder, eleganter, direkt an Gitter 2 (Schirmgitter) über den Ausgangsübertrager eingekoppelt. Hierbei wird die Sekundärwicklung, die sonst an den Lautsprecher angeschlossen wird, in die aufgetrennte Leitung zum Gitter 2 gelegt. Die Filterkombination, die die Tstklicks ausfiltern soll - bestehend aus der 2,5 mH-Drossel, dem 500 pF- und dem 10 nF-Kondensator - kann hierbei entfallen. – Das war’s auch schon !

Viel Spaß beim Bauen – und : nehmt ihn besser nicht in Betrieb, der Sender hat eine unverhältnismäßig große, ja riesige Reichweite und man kann, ohne es zu wissen und ohne es zu wollen evtll. wichtige Funkdienste (Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr, Taxi, Flugfunk) durch mögliche Oberwellen stören !

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