RIM-Bastelbuch "Taschenzwerg" (1953)


RADIO - R I M GmbH. , M Ü N C H E N, B A Y E R S T R A S S E 25


RIM Taschenzwerg


Die speziell für Schwerhörigengeräte entwickelten Kleinstteile ermöglichen es, dieses außerordentlich kleine Taschengerät aufzubauen. Der Taschenzwerg enthält in seinem Kleingehäuse mit den Abmessungen 135 x 80 x 55 mm und einem Gewicht von nur 250 gr einen vollständigen 2-Röhren-Rückkopplungsempfänger einschließlich Batterien. Neben einem normalen Doppelkopfhörer kann auch ein Kleinsthörer verwendet werden. Im letzteren Fall wird dann noch ein Übertrager in das Gerät eingebaut. Der Kleinsthörer zeichnet sich trotz seines geringen Gewichtes und seiner kleinen Abmessungen durch hohe Empfindlichkeit und beste Klangqualität aus.

Da man für Kopfhörerempfang mit sehr geringer Leistung auskommt, ist das Gerät außerordentlich empfindlich und bringt mit wenigen Metern Antenne überall den nächsten Bezirkssender, daneben hört man, je nach Ortslage, auch Fernempfang.

Die Schaltung

Die Schaltung des Gerätes ist so einfach wie möglich aufgebaut, sie besitzt 2 Röhren in der sogenannten Submiaturausführung, die direkt in die Schaltung eingelötet werden. Die erste Röhre arbeitet als Audionstufe und ist mit der Pentode DF 67 bestückt. Die zweite Röhre, die Type DL 68, arbeitet als NF-Stufe. Die beiden Heizfäden der Röhren sind parallel geschaltet und verbrauchen bei einer Spannung von 1,25 Volt etwa 27 mA. Da die DP 67 nur 0,625 Volt Heizspannung besitzt, muß noch ein Widerstand von 65 Ohm +/- 1% in Serie geschaltet werden. Als Anodenstromquelle dient eine 30 Volt-Kleinstanode in der Art, wie sie für Schwerhörigengeräte verwendet wird. Diese Batterie hält bei dem geringen Stromverbrauch 100 Stunden, die Heizbatterie hingegen muß öfter ausgewechselt werden, sie hält etwa 10 Stunden. Die Abstimmung des Gerätes erfolgt durch einen Trolitul-Drehkondensator. Die Rückkopplung des Gerätes wird ebenfalls kapazitiv durch einen Kondensator derselben Ausführung geregelt.

Aufbau und Verdrahtung

Der Aufbau des Gerätes erfolgt auf einer vorgearbeiteten Pertinax-platte. Die Ecken kann man sich gegebenenfalls mit der Feile etwas abrunden. Auf die Platte werden die beiden Drehkondensatoren, der Ein- und Ausschalter und die Buchsen montiert. Zwischen den beiden Kondensatoren findet die Spule ihren Platz, sie wird mit 2 Schrauben M 3 x 25 verschraubt. Wie aus dem Plan ersichtlich ist, tragen diese beiden Schrauben auch gleichseitig eine Lötösenbrücke, die die Röhren und alle übrigen Einzelteile trägt. Vor dem Einbau wird diese Brücke zweckmäßig fertig verdrahtet, was mit besonderer Sorgfalt geschehen muß. Es empfiehlt sich, einen kleinen Lötkolben mit 30 bis 50 Watt zu verwenden. Die Lötösen werden am besten vorverzinnt, ohne daß dabei die Aussparungen für die Drähte zugelötet werden. Nun werden zunächst die Röhren und dann die Widerderstände und Kondensatoren nach dem Schaltplan eingelötet. Als Lötmaterial darf nur Kolophonium verwendet werden, Lötfett würde das Gerät verderben.

Die fertigverdrahtete Brücke wird nun unter Zwischenlage von Abstandsrollen auf die Spulenplatte geschraubt. Die übrige Verdrahtung kann nun ebenfalls ausgeführt werden.

Die Inbetriebnahme

Vor dem Einsetzen der Batterien überzeugen wir uns nochmals sorgfältig an Hand des Schaltplanes, ob alle Lötstellen richtig ausgeführt sind. Ein Fehler würde unter Umständen ein Durchbrennen der Röhrenheizfäden zur Folge haben. Jetzt können auch die beiden Batterien eingesetzt werden. Nach dem Einschalten des Gerätes überzeugen wir uns zunächst, ob die Rückkopplung richtig arbeitet. Dies hören wir an einem deutlichen Knacken beim Durchdrehen des Rückkopplungskondensators. Ist alles ordnungsgemäß aufgebaut, dann wird mit einem Meter Draht sofort der Ortssender zu hören sein.

Soll fü:;r das Gerät ein Kleinsthörer verwendet werden, so muß noch ein kleiner Übertrager im Gehäuse Platz finden. Zu diesem Zwecke werden die Anschlüsse für Antenne und Erde an die für den Doppelkopfhörer gedachten Buchsen gelegt, die zwei mittleren Buchsen entfallen. Den so gewonnenen Platz verwenden wir dann zum Einbau eines Kleinstübertragers und zum Anbringen einer Miniatursteckdose. Die Befestigung des Übertragers auf der Grundplatte geschieht am einfachsten durch Festkleben mit
einem Leukoplaststreifen.

Einbau in ein Gehäuse

Zu dem Gerät wird noch eine Bodenplatte aus Pertinax mitgeliefert, die mit 4 Abstandsbolzen auf die Grundplatte aufgeschraubt wird. An der Schmalseite des Gerätes kann man auch noch eine Abdeckung anbringen, die man aus leichtem Karton zuschneidet und mit Klebeband an der Bodenplatte anklebt.

12.3.53/Ko.

Nachdruck, Vervielfältigung sowie die gewerbsmäßige Verbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Firma Radio- RIM, GmbH, München





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