Hopperdizel - Kleinempfänger

Auch diese Hopperdizel-Bauanleitung wurde von mir, wie schon der vorherige, im Original belassen.


VORWORT

Man unterscheidet zwei Arten von Rundfunkempfänger und zwar Radio-Empfänger ohne — und solche mit Verstärkung. In früheren Jahren gab es nur Radio-Empfänger ohne Stromquellen, also ohne Verstärkung (ohne Röhre). Diese Empfänger brachten die Sender nur mit mäßiger Lautstärke zu Gehör, so daß die Wiedergabe nicht zum Betrieb eines Lautsprechers ausreichte. Erst seit der Erfindung der Radioröhre kann man, je nach der Anzahl der Röhren, die Lautstärke steigern. Die Radio-Empfänger ohne Verstärkung, genannt Detektor- bzw. Kristall-Empfänger (da an Stelle der Röhre ein Kristall arbeitet) wurden dadurch selbstverständlich eitestgehend ausgeschaltet. Durch die neuen lautstarken Sender (Sendereichweite einst 100 km jetzt 1000 km) rückt der Detektor-Empfänger aber wieder in den Vordergrund. Während man damals nur 2 bis 3 Sender empfangen konnte, hört man heute mit einem Detektor-Empfänger 10 bis 20 Sender, den starken Orts- bzw. Bezirkssender sogar im Lautsprecher. Er wird daher von allen Kleinempfängern wieder mit am meisten gebastelt. Auch dadurch, daß für seine Inbetriebnahme weder eine Batterie noch Anschluß an das Lichtnetz erforderlich ist, bildet er das Ideal eines jeden Radiofreundes. Was Störungsfreiheit und Klangreinheit anbetrifft, konnte er in dieser Hinsicht bisher von keinem Röhrengerät übertroffen werden. Es lohnt sich also, dieses Gerät, welches von jedermann ohne Vorkenntnisse leicht gebaut werden kann, einmal zu basteln.
Nebenstehende Beschreibung macht Ihnen die Arbeit leicht und mein übersichtlicher Schaltplan tut das Übrige.

Adolf Hopperdizel

ZUSAMMENBAU

Wir beginnen mit dem Zusammenbau, nachdem die auf nächster Seite angegebenen Einzelteile der Stückliste angeschafft sind.
An Handwerkzeug benötigen wir einen Handbohrer mit 6–mm-Bohrer sowie einen Schraubenzieher und eine kleine Zange.
In der Mitte der Frontplatte bohren wir ein Loch zum Befestigen des Drehkondensators.
Unten rechts und links je zwei Löcher für die Antenne- und Erdbuchse sowie für die Hörerbuchsen.
Fast ganz unten (auf dem Verdrahtungsplan mit x bezeichnet) werden 3 Löcher angebracht zum späteren Befestigen der Frontplatte an das Grundbrett.
Sodann wird die Antennen- und Erdbuchse eingelassen, sowie die zwei Buchsen für den Kopfhörer bezw. Lautsprecher.
Nun wird der Drehkondensator an die Frontplatte anmontiert und die Skalenscheibe aufgeschraubt.
Nun nehmen wir das Grundbrett und schrauben links auf dasselbe den Halter für den Detektor-Kristall und rechts einen Halter für die 50er und einen Halter für die 75er Spule. Die Frontplatte wird jetzt mit 2 oder 3 Schrauben (siehe x) an das Grundbrett befestigt.
Sodann beginnen wir mit der Verdrahtung.
Von der einen Seite des Halters der 50er Spule führt ein Draht zur Antennenbuchse.
Von der andern Seite eine Verbindung zur Erdbuchse.
Von der einen Seite des Halters, wo wir nachher die 75er Spule hineinstecken, legen wir einen Draht zum Detektor-Kristall und fortlaufend noch zum Drehkondensator.
Von der anderen Klemme des Drehkondensators führt ein Draht zur Hörerbuchse (H) und zum anderen Anschluß des Halters der 75er Spule.
Nun verbinden wir die andere Seite des Detektor-Kristall (D) mit der noch frei liegenden Hörerbuchse und unser Radio ist fertig.



INBETRIEBNAHME

Nachdem wir das Ganze in das Gehäuse hineingeschoben und vorausgesetzt, daß wir unsere Antennen- und Erdleitung schon angebracht haben, können Sie Ihren Empfänger in Betrieb nehmen.
Vergessen Sie nicht, bei Inbetriebnahme das Radio bei der Post anzumelden. (Monatliche Gebühr RM 2.—.)
Wir stecken den Rotor-Detektor in den Detektorhalter (D) sowie die 50er und die 75er Spule auf ihren Platz. (Siehe Schaltplan).
Nun bringen wir die Erdleitung in die Erdbuchse (E) und die Antennen-Zuführung stecken wir in die mit A bezeichnete Buchse.
Der Kopfhörer wird aufgesetzt und seine beiden Drahtenden in die mit H bezeichneten Buchsen gesteckt. Nun drehen wir unsere Skala von links nach rechts und werden diverse Sender hören.
Dieselben werden wir uns im Laufe einiger Tage an Hand ihres Pause-Zeichens bezw. Ansage auf einem Zettel notieren, um dann den gewünschten Sender immer gleich einstellen zu können.



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