Bau eines Hochleistungs-Detektorempfängers mit drei Spulen

Der folgende Detektorempfänger bedient sich eines bewährten Konzepts und zeichnet sich durch hohe Empfindlichkeit, große Lautstärke und Trennschärfe aus. Hervorzuheben ist seine hervorragende Anpassungsmöglichkeit.


Auf ein Papp-, Pertinax- oder Kunststoffrohr (PVC o.ä.), 250 mm lang und 50 – 60 mm Æ wird das innere Rohr gefertigt, es wird sorgfältig, Windung an Windung eng aneinanderliegend, mit 126 Windungen Cul bewickelt. Diese Wicklung bildet die Schwingkreisspule, ein 0,5 mm dicker Draht ist ausreichend.
Diese Wicklung wird mit Kunststoff- oder Zaponlack gut lackiert, somit geschützt und gleichzeitig fixiert.
Die Antennen- und Ausgangsspule sollten zweckmäßigerweise auf genau passenden Rohren gleichen Materials aufgebracht werden. Diese Rohre sollten leicht über der unteren Spule verschiebbar sein, der Zwischenraum sollte idealerweise nur einige Zehntel Millimeter betragen.
Hat man solche passenden Rohre nicht zur Verfügung kann man sie sich auch selbst herstellen. Hierfür verwendet man am besten A 4-große braune Briefumschläge, die in mehreren Streifen von etwa 100 mm breite, der Länge nach, zurechtgeschnitten werden.
Zuvor wird eines dieser Versandumschläge aufgetrennt, so daß ein einzelnes großes Blatt zur Verfügung steht; dieses wird über die große Schwingkreisspule zweilagig (als Schutz und als abstandhaltende Lage) gewickelt, mit Klebstoff oder Tesafilm gut fixiert.
Anschließend nimmt man einen der zurechtgeschnittenen Streifen und wickelt es über das vorher mit Papier geschützte Schwingkreisrohr. Ab der Stelle an der sich das Papier beim überwickeln anfängt zu überlappen wird das Papier fortlaufend mit Ponal Express bestrichen, bis etwa 1 cm von den Rändern entfernt (damit nichts nach außen verläuft). Man wickelt so lange Papierlage auf Papierlage (immer mit Ponal Express bestrichen) bis man ein etwa 3 mm dickes Rohr gewickelt hat. Das Papierende wird mit Tesafilm o.ä. fixiert. Danach läßt man das ganze gut durchtrocknen.
(Ponal Express ist auf Kunststoffbasis aufgebaut, es ist also kein wasseranziehender Klebstoff, den wir hierfür nicht verwenden dürften.)
Ist dieses so angefertigte Papprohr ausgehärtet schiebt man es vorsichtig von der Schwingkreiswicklung, anschließend wird die auf der Wicklung aufgebrachte Papierlage, die sozusagen als Abstandshalter fungierte, entfernt. Man wird sehen daß das selbsthergestellte Rohr – saubere und sorgfältige Arbeit vorausgesetzt – ein perfektes Rohr bildet und sich leicht über der Schwingkreisspule verschieben läßt.

Bevor man mit dem bewickeln der beiden Spulen beginnt werden die nicht verklebten Seiten sauber und sorgfältig abgeschnitten und sauber beschliffen – man möchte ja eine optisch schöne Arbeit herstellen. - Dieses so hergestellte Rohr sieht im übrigen einem Pertinaxrohr täuschend ähnlich...!

Jetzt geht es an’s bewickeln der beiden Spulen – des Antennenkreises und des Ausgangs- oder Transformatorkreises.
Man beginnt an einer der Seiten – dabei aber unbedingt darauf achten in gleicher Wicklungsrichtung wie die untere Schwingkreisspule zu wickeln! – zunächst wird sorgfältig der Ausgangskreis gewickelt, hier werden 25 (besser noch 30) Windungen (gleiche Drahtstärke wie für die Schwingkreiswicklung) aufgebracht. Man läßt dabei etwa 10 mm Platz vom Außenrand. An den vorher angebrachten Nietlötösen werden Drahtanfang und -ende verlötet.
An der anderen Seite des selbsthergestellten Rohres, auch hier wieder 10 mm vom Rand entfernt, wird der Antennenkreis mit 10 Windungen, genau wie der Ausgangskreis, gewickelt und an den Nietlötösen verlötet.


Die beiden so hergestellten Wicklungen werden zum Schluß auch noch, genau wie die Schwingkreiswicklung, mit Kunststoff- oder Zaponlack gut bestrichen, danach den Lack wieder aushärten lassen.
Jetzt werden die beiden Spulen vorsichtig getrennt, indem man auch hier jeweils 10 mm vom Drahtrand entfernt vorsichtig mit der Säge (am besten mit einer Bandsäge, in einer Schreinerei) das Rohr durchsägt. Die Schnittkanten werden auch hier wieder sauber beschliffen.
Es ist möglich (sogar wahrscheinlich) daß durch Handkapazitäten beim verschieben der Spulen die Einstellung stark erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht werden.
In der obersten Zeichnung die den Aufbau in einem Beispiel zeigt erkennt man zwischen zwei Pertinax- oder Kunststoffplatten einen langen Schlitz, durch den zwei Pertinaxstege herausgeführt werden. Diese sind mit den verschiebbaren Spulen verklebt worden, man kann somit leicht die beiden Spulen hin- und herbewegen ohne durch Handkapazitäten behindert zu werden.
Die Verbindungen die die Spule mit dem Drehkondensator auf der Frontplatte, mit Antenne und Erde sowie mit Detektor und Kopfhörer verbinden, sollten mit kürzestmöglichen Leitungen - vorzugsweise mit HF-Litze weil sie hochelastisch ist - herausgeführt werden.

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