Der Selbstbau eines Trichter-Lautsprechers für Detektorgeräte

Im allgemeinen ist das reine Detektorgerät für Lautsprecher-Anschluß nur dann geeignet, wenn der Hörer bereits so lautstark ist daß man die Worte verstehen kann, wenn der Hörer auf dem Tisch liegt. Unter dieser Voraussetzung ist allerdings ein recht schöner Erfolg möglich; es ist dann nichts weiteres erforderlich als an den Kopfhörer einen Schalltrichter anzuschließen, dessen Selbstherstellung keine Schwierigkeiten macht.

Man benötigt zum Bau:
2 Stopfpilze
1 Gasfittingrohr, F-Stück, gestempelt GF 3/4 mit 3/4 Zoll Gasgewinde
23 cm Messingdraht, 3 mm stark
1 Stück Messingblech, 2 mm stark, 100 x 65 mm
1 Bogen Preßspanpappe, 1/2 bis 1 mm stark, 500 x 500 mm
1 Stück (am besten hartes) Rundholz, 70 mm lang, 37 mm Æ

Zunächst wird der Kreissektor gezeichnet, der das Trichterrohr bilden soll, genau nach den Maßen der folgenden Skizze auf den Preßspanbogen auf und schneidet ihn mit einer kräftigen Schere aus. Die geraden Strecken werden zweckmäßig mit einem scharfen Messer geschnitten. Die Flächenstreifen die verleimt werden sollen, müssen mit Sandpapier aufgerauht werden. Der Trichter wird nun gerollt und verleimt.
Nach dem Leimen und anschließendem Zurechtschneiden der oberen großen Trichteröffnung streicht oder sprüht man den Trichter mit Plastikspray gut ein, läßt ihn gut trockenen und überzieht ihn erneut mit Plastiklack. So entsteht ein sehr fester Trichter ohne metallisches Trichtergeräusch, der nun das Schallvolumen der Hörerkapseln vergrößert.


Wir wenden uns nun den Stopfpilzen zu.
Diese sind - zur Auffrischung der Einnerung - pilzförmige hölzerne Gegenstände das obere Teil eine Scheibe mit stark gerundeter Oberseite und flacher Unterseite sowie einem Holzgriff, welcher in die flache Unterseite eingeschraubt ist und mit der damals die Mutter oder Großmutter die Löcher in de wollenen Strümpfen und Socken stopfte. Solche Stopfpilze sind auch heute noch erhältlich. Hier dienen sie nun den Ohrmuscheln der Kopfhörerkapsel als Anlage.
Man entfernt die Handgriffe, diese werden nicht mehtr benötigt, und bohrt die oberen Pilzkörper in der Mitte mit einem 12-mm-Bohrer durch. Die Ein- und Austrittsstellen der Bohrung werden leicht versenkt und abgerundet. Die (untere) ebene Fläche des Pilzes erhält nun eine Ausdrehung, welche ganz stramm auf den Wulst des Bogenrohres, GF 3/4, paßt. Zur Not kann diese Vertiefung mit einem runden Stechbeitel ausgenommen werden.
Das Doppelbogenstück, gestempelt GF 3/4, ist in jedem Gas- u. Wasserinstallateur für wenig Geld erhältlich. Das Bogenstück wird mit einer Schlichtfeile und Schmirgelleinen gesäubert und geglättet, bis es sozusagen "salonfähig" ist. Dann dreht man die Aussparungen der Pilze mit Montageleim fest auf die Wulste der beiden Zweigrohre.


Der schwierigste Teil der Arbeit ist der Trichterhals.
Man bohrt zunächst ein Rundholz von 37 mm Durchmesser und 70 mm der Länge nach, 12 mm weit, glatt durch. Für die kegelförmige Erweiterung, in die später der Preßspantrichter eingeleimt wird, stellt man sich zweckmäßig eine Pappschablone her, die einen Winkel von 2 mal 11, also 22 erhält. Nach dieser wird der Innenkonus gedreht oder gefeilt. - Man kann aber auch, was erheblich leichter und schneller geht, einen Konusbohrer, auch Schälbohrer genannt, dafür einsetzen.


Der untere Teil des Rundholzes wird auf eine Länge von ca. 18 mm auf den Durchmesser 26 mm abgesetzt. Der Ansatz erhält 3/4 Zoll Gasgewinde. Wer weder Drehbank noch Schneidkluppe besitzt bzw. zu handhaben versteht, feilt den Ansatz einfach etwas konisch an, bis er sich in das 3/4-Zoll-Gewinde des Mittelrohres allmählich hineinschrauben läßt. Man kann auch das 3/4-Zoll-Innengewinde des Bogenstückes mit einer Dreikantfeile an drei Stellen einfeilen, dann entsteht ein für Holz vollkommen ausreichender Gewindeschneider . . .
Ist der Trichterhals nunmehr auf eine dieser Arten mit dem Bodenstück verschraubt, so kann der Preßspantrichter in die obere konische Erweiterung des Halses eingesetzt werden. Dazu schneidet man vorher das unterste, gewöhnlich nicht ganz saubere Stück, mit einem scharfen Messer glatt ab. Die untere Trichteröffnung soll 12 mm weit sein. Das im Trichterhals (das fertige Stück Rundholz) verschwindende Trichterstück wird aufgerauht und in den Hals eingeleimt.

Soweit ist der Lautsprecher fertig; aber er fällt natürlich um. Einen einfachen, billigen Fuß erhält man, indem man ein Stück Messingblech von 10 cm Länge und 6,5 cm Breite anschließend gut um den Trichterhals biegt. An dieses wird der U-förmige Draht angelötet, wie es das folgende Bild zeigt.


- Schrauben, durch die evtl. der hölzerne Hals spalten könnte, werden hierdurch erspart.

Auf die beiden "Pilze" leimt man je einen runden Tuchlappen, schneidet das Mittelloch aber erst nach völligem Erhärten des Leimes. Das Tuch schont nicht nur die Hörermuscheln, sondern sichert auch guten Klangschluß.
Ein abschließender Anstrich mit schwarzem Lack gibt dem ganzen Werk ein ruhiges und gefälliges Äußere, wie es das letzte Bild ein Foto des fertigen Detektor-Trichterlautsprechers, zeigt.



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