Einfach nachzubauende Netzanode

Auf meiner Seite "Nachbauprojekte" stellte ich vor längerer Zeit schon eine Netzanode vor, die doch ziemlich aufwändig wurde durch die etlichen Spannungsabstufungen. - Eine Netzanode ist notwendig, um die alten Empfänger aus den 20'ern zu betreiben - normalerweise wurden diese früher an Heiz- und Anoden-Batterien betrieben. Nur die "bessergestellten" konnten sich damals den Luxus einer Anodenbatterie leisten. Es waren die Geräte, die mit Röhren wie z.B. der RE 084, usw. bestückt waren, Geräte, wie ich sie auf meinen Seiten zum Nachbau vorstelle.

Mein Freund Siegfried erzählte mir vor einiger Zeit, daß er mit Hilfe des IC’s L 200 und dem IC 7908 eine einfache Netzanode für seinen Loewe OE 333 bauen wollte, er zeigte mir auch die Schaltung dazu.
Ich bat Siegfried, diese Schaltung zumindest um eine weitere Anodenspannung zu erweitern – sein Entwurf besaß nur eine davon, weil der OE keine weitere benötigt.
Aus dieser anfänglichen Schaltung ist nun die hier im folgenden vorgestellte geworden, und Siegfried gab auch sein Einverständnis dass ich sie hier auf meiner Homepage vorstellen darf.
Das erste Bild zeigt die Schaltung der Netzanode. Siegfried hatte auch noch zusätzlich eine weitere negative (Gittervor-) Spannung in die Schaltung eingebaut – z. B. mein Projekt "Geradeaus-Empfänger mit zwei Hochfrequenz-Verstärkerstufen", hier auf der "Bastelschule", benötigt eine zweite negative Gittervorspannung.
Die in der Schaltung eingezeichneten Trimmer sind Spindeltrimmer, für die neg. Gittervorspannung werden 20-kOhm-Typen verwendet; der Spindeltrimmer, mit der die Heizspannung auf genau 4 Volt eingestellt werden kann, hat einen Wert von 500 Ohm.


Bitte beachten - die Minus-Heizung muss mit Masse verbunden werden, das wurde im Schaltbild nicht eingezeichnet!

Das nächste Bild zeigt die Platine, allerdings von der Bestückungsseite.


Die fertig aufgebaute Netzanode sieht dann folgendermaßen aus - Siegfried sandte mir eine solche zu:


Kommen wir nun zur Stückliste: Transformator  (Pollin, Best.Nr. 34-300203)
Dioden   1N4005
C 1 - 470 uF 160 V (Pollin, Best.Nr. 34-210016)
C 4 - 470 uF 40 V
C 5 - 470 uF 40 V
C 6 -  2,2 uF 40 V
C 8 - 470 uF 40 V
C 9 -1000 uF 40 V
C 10 -  22 uF 25 V
C 11 - 100 nF
C 12 - 100 nF
R 1 - 1 Ohm 2 Watt
R 2 - 750 Ohm
P 1 - Spindeltrimmer 500 Ohm
P 2 - Spindeltrimmer 20 kOhm
P 3 - Spindeltrimmer 20 kOhm
IC 1 - L 200
IC 2 - 7908 (neg. Festspannungsregler)
Noch ein paar Worte zum IC L 200: Es ist ein hervorragender Regler für programmierbare Spannungen und Ströme. Die folgende Skizze zeigt das Gehäuseanschlußbild dieses IC's.


Hier die äußere Beschaltung des L 200 als einstellbare Stromquelle, wie sie in der Netzanode verwendet wurde.


Im Bild wird die Beschaltung für eine Konstantstromquelle angegeben. Dazu wird der Spannungsprogrammieranschluß Pin 4 auf Masse gelegt und der gewünschte Ausgangsstrom mit Hilfe des Stromprogrammierwiderstandes R 3 eingestellt (R 3 = 0,45 / i konst (V/A)).
Der Widerstand R 3 sollte einen niedrigen Temperaturkoeffizienten besitzen (keramische Ausführung). Es sind Lastströme bis 2 Ampere und mehr einstellbar, allerdings emppfiehlt es sich, bei Strömen über 2 Ampere einen externen Leistungstransistor zu verwenden.
Das nächste Bild zeigt ein Diagramm, welches das Verhältnis des Widerstandes R 3 zum Ausgangsstrom darstellt.


Wie man erkennt, erhält man bei Verwendung eines 1-Ohm-Widerstands (wie in der Netzanode verwendet) einen Ausgangsstrom von ca. 0,5 Ampere. Würde man einen 0,5-Ohm-Widerstand einbauen, erhielte mal eine Ausgangsstrom von ca. 1 Ampere; bei 0,2 Ohm wären es dann schon 2 Ampere.

Bitte beachten : KEINE Gewähr auf Richtigkeit der Schaltung !!

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