Nachbau - Projekt eines Vier-Röhren-Batterie-Empfängers aus der Zeit um 1924



Wie bereits im Link Projekte erwähnt - ich zeige Euch hier - Schritt für Schritt - den Bau eines Batterie-Röhren-Radios aus der Zeit um 1925.
Zunächst beginnt man mit dem Bau eines passenden Gehäuses. Da ich mich für ein 4-Röhren-Gerät entschieden hatte, benötigte ich ein Mindest-Maß, passend erschienen mir die Innenmaße 230 x 160 x 80 mm.

Hier die 'Kiste' aus Eichenholz, noch im "Roh"- Zustand. - Ein Freund, Peter Simon (Hallo, Pitter ..), fertigte sie für mich an.



Die Kiste wird noch beschliffen, dunkelbraun (oder schwarz) gebeizt und mit Nitro-Lackspray (klarer Mattlack) in 2-3 Schichten dünn lackiert.

Als nächstes muß eine Frontplatte (hierbei ist es die Deckel-Platte) aus geeignetem Material besorgt werden.
Da das Gerät einem Modell aus etwa 1925 nachgebaut werden soll, kann man ntürlich kein Plastik oder dergleichen benutzen - Holz ist aber auch denkbar ungeeignet. Ich hatte das große Glück, durch einen Bekannten eine 4-mm-Pertinaxplatte, welche auf der Oberseite wie Rosenholz dunkelrot / schwarz gemasert ist, zu erhalten.
Nach dem zuschneiden der Platte wurden die Löcher für die Röhrensockel gebohrt, danach die Befestigungslöcher für den 3-fach-Spulenschwenker und für den Drehkondensator - dieser hat eine Ein-Loch-Befestigung - und zuletzt noch die Löcher für die beiden Heiz-Regler.



Im nächsten Bild sieht man den Drehkondensator, ein Original aus dieser Zeit.



Hier eine der vier Röhren - es ist eine A 408 von Valvo. Diese ist Baugleich mit der Telefunken-Röhre RE 084. - Gut sichtbar: die Original-Valvo-Verpackung. Ein Beweis für die 'Echtheit' der Röhre: Serien-Nummer auf der Röhre, auf dem Einwickelpapier und auf dem Karton stimmen überein...



Im nächsten Bild nun die "Kiste" mit aufgesteckten Röhren.



Hier nun die Schaltung des Empfängers. - Die vierte Röhrenstufe kann sowohl mit der RE 084 als auch mit der RE 134 bestückt werden. - Mit der RE 134 erhält man jedoch eine höhere Lautstärke.
Ich habe für diese Schaltung eine induktive Ankopplung - mit dem Übertrager-Transformator - gewählt. Besonders durch diese Maßnahme wird die Lautstärke erheblich verbessert.


Die Schaltung ist nun - mit einem Original-Draht aus 1920 (!..) fertig verdrahtet. Die Verdrahtung erfolgte genau, wie es zu der damaligen Zeit auch gemacht wurde.
Der Übertrager-Tansformator sitzt unter dem Spulen-Schwenker - im Bild hinten rechts.
Man erkennt, ich habe Original-Widerstände und Original-Telefunken-Kondensatoren aus der Zeit um 1920 verwendet.
Einen Kompromiß bin ich doch bei diesem Gerät eingegangen: ich habe als Heizregler moderne Last-Potentiometer verwendet.
- Der Grund dafür ist, daß die alten Heizregler, die ich habe, sehr schlecht in der Qualität sind - es wäre jedesmal ein Abenteuer, die Röhrenheizung damit einzustellen. Da ich aber meinen Röhren (und meinem Geld ..) nicht böse bin, nahm ich lieber neue Präzisionsregler. Wenn ich irgendwann einmal gute Original-Heizregler erhalten sollte, werde ich sie natürlich gegen die "Neuzeitlichen" austauschen.



Nun ist die "Kiste" in einem dunkelbraunen Farbton fertig gebeizt und mit transparentem Nitro-Mattlack in drei Schichten lackiert worden.



Vorn noch ein Original-Schild - "Telefunken" - angebracht - Deckel drauf - fertig!



Zum Abschluß noch ein Foto des Emfängers von hinten. Die Anschlußleiste mit sechs Steckbuchsen habe ich auf einer Radio-Börse für unter fünf Mark erwerben können ..



Meine Empfehlung : Der Martin - Martin Tobisch - hat eine tolle Erzgebirge-Schreinerei "zur Hand", die eine solche "Kiste" - aus massiver Eiche, fertig gebeizt, 2-fach lackiert - fix und fertig für nur unglaubliche 65.- DM anfertigt !! Die Firma ist eine dort bekannte gute Schreinerei, die schon seit dem Krieg Radio-Gehäuse herstellt und große Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. - Also nichts "zusammengeschustertes" !
Martin gibt sie zum Selbstkostenpreis weiter, er will an uns Bastlern keinen Pfennig verdienen. Lediglich die Versandkosten - 11.- DM innerhalb Deutschlands - müssen noch zusätzlich gezahlt werden.
Die folgenden Bilder zeigen Fotos dieser im Erzgebirge produzierten "Kiste" :





Der Deckel besteht aus fünf Millimeter dickem 5-schichtigem Sperrholz, etwa 3,5 mm tief versenkt. Wer will könnte aber - wie ich es bei meinem Empfänger machte - eine Hartgummi- oder Pertinaxplatte als Deckel einsetzen.



Das folgende Bild zeigt, wie sorgfätig die "Kiste" verarbeitet wurde - nicht einfach nur an den Kanten zusammengeleimt, hier wurde wirklich Arbeit investiert.



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